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Magie und Hexerei an einer Uni in Neuseeland

An einer Universität in Neuseeland werden Magie und Hexerei gelehrt. Nein, dabei handelt es sich nicht um Hogwarts, die Zauberschule von Harry Potter, sondern um die Massey University in der beschaulichen Stadt Palmerston North. Hier ist normalerweise nicht viel los, aber seit Dozentin Gina Salapata mit zwei Kollegen für den magischen Zusatz im Vorlesungsverzeichnis gesorgt hat, hat sie keine Ruhe mehr.

Tatsächlich heißt das Seminar "Magie und Hexerei" und hat es inzwischen auf die Titel so mancher Zeitungen geschafft. Gina Salapata wird nicht mehr in Ruhe gelassen. Normalerweise ist die Griechin Expertin für klassische Altertumswissenschaften, seit sie aber die Magie auf den Stundenplan gebracht hat, muss sie sich viele Anfeindungen gefallen lassen. "Wir hatten überhaupt keine Ahnung, dass wir mit dem Seminar so viel Aufmerksamkeit in den Medien bekommen und so eine große Kontroverse auslösen würden", sagt Salapata. Eigentlich wollte sie nur die Inhalte spannend halten und kam auf die Idee, als sie selbst von der Zauberei neuseeländischer Ureinwohner hörte.

So weit so gut, im Vorlesungsverzeichnis der Massey University steht "Während des Seminars beleuchten die Studenten den Glauben, die Werte, die Strukturen und die Spannungen innerhalb der betroffenen Gesellschaften", so dass die Veranstaltung als relativ normales Seminar gelten könnte. Gina Salapata bietet den Studenten allerdings auch an, sich durch praktische Arbeiten am Seminar "Magie und Hexerei" zu beteiligen. Selbstverfasste Flüche oder Voodoo-Puppen waren z.B. Möglichkeiten, an eine gute Note zu kommen. Salapata wollte die Studenten damit hauptsächlich motivieren, sich mit der Materie auseinanderzusetzen. Die Medien in Neuseeland griffen diesen Versuch natürlich undankbar auf.

In Blogs und Zeitungen war zu lesen, wie unsinnig die Menschen diesen Lehrversuch fanden. Die Meinungen gingen da auseinander, einige glaubten, dass Magie und Hexerei die Studenten zu nichts qualifiziere, andere forderten sogar Verbot und sprachen vom Aufbau eines "religiösen Kults" und "Terrorakten". Das macht Gina Salapata natürlich traurig und enttäuscht. "Die Medien machen da aus einer Mücke einen Elefanten, und die Kommentare zeigen, wie engstirnig und voreingenommen einige Menschen sind", sagt die 48-Jährige über den Versuch der Medien, sie als Zauberlehrerin abzustempeln.

Immerhin sind die Studenten auf ihrer Seite und das sollte auch das Wichtigste sein. Sie verstehen, dass Magie und Hexerei in der Geschichte von Neuseeland verflochten sind und nehmen das Thema wissenschaftlich.

Quelle: Zeit Online
Bild: Rowyshogwarts.com

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