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Makaber? Das Orchester der toten Hamster im Erfurter Naturkundemuseum

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Ein ziemlich makabres Schauspiel wartet auf Besucher des Naturkundemuseums in Erfurt, ein Orchester aus toten Hamstern spielt dort seine Melodien. Es ist schon ein ziemlich makabres Machwerk, aber nebem dem künstlerischen Anspruch, sehen die kleinen Nager mit ihren Mini-Instrumten auch ziemlich putzig aus. Es ist keine neue Installation, die ausgestopften Hamster sind schon ein Jahrhundert alt.

Es handelt sich dabei um echte Tiere, die von einem Präparator ausgestopft wurden. Ein Landwirt aus Großvargula hatte vor etwa 100 Jahren die Idee zu diesem Kunstwerk. Vorher hatte er allerdings eine Feldhamsterplage auf seinem Hof zu bewältigen. Mit dem Spaten schlug er die Nager tot und sammelte sie dann ein. Dann kam ihm die Idee zu dem Orchester. Denn der Mann war dazu noch Hobby-Präparator.

Der Landwirt zog den Tieren das Feld ab und stopfte sie mit Holzwolle aus. Die Augen ersetzte er durch Glas-Knopfaugen aus Lauscha. Dann bastelte er kleine Instrumente und stattete die ausgestopften Hamster damit aus. Er steckte die Tiere sogar in kleine Fracks. Der Dirigent trägt einen Taktstock. Es sieht alles so täuschend echt und dennoch wie in einem Cartoon aus. Und das, obwohl das Hamsterorchester schon ein Jahrhundert alt ist. Man hört quitschende Melodien, der Dirigent bewegt sogar seinen Arm.

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Museums-Direktor Matthias Hartmann gibt zu, dass die Installation, die sich in einem 60 x 40 cm großen Glaskasten befindet, sehr makaber sei. Es sei aber auch ein Zeugnis der vor 100 Jahren verbreiteten Tieranschauung. Es sei alles vermenschlicht worden. Das Orchester der toten Hamster gelangte 1922 nach dem Tod des Erschaffers in den Besitz des Erfurter Museums. Die DDR verbreitete sogar Plakate und Postkarten davon.

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