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Marcel Reich-Ranicki ist tot

Kaum ein anderer prägte die Literaturszene hierzulande so sehr, wie Marcel Reich-Ranicki. Der deutsch-polnische Literaturkritiker ist jetzt seinem Krebsleiden erlegen. Am Mittwoch starb er in Frankfurt im Alter von 93 Jahren. Die Literaturszene in Deutschland und der ganzen Welt trauert um einen der ganz Großen.

Seine Jugend verbrachte Reich-Ranicki in Berlin. Als Jude wurde er ins Konzentrationslager Warschau deportiert, er überlebte die Zeit und kehrte Deutschland bis 1958 den Rücken. Dann kehrte er zurück und lebte in Frankfurt. Im März 2013 machte der Literaturkritiker seine Krebserkrankung öffentlich.

Durch die ZDF-Sendung "Das Literarische Quartett" wurde Marcel Reich-Ranicki einem breiten Publikum bekannt. Von 1988 bis 2003 war er festes Mitglied der Runde, bis 2006 trat er gelegentlich noch in Sondersendungen auf. Dazu veröffentlichte der Verstorbene im Jahr 1999 seine Autobiografie "Mein Leben", diese wurde zum Bestseller. Bis heute wurde sie 1,2 Millionen Mal verkauft.

Legendär war seine Dankesrede beim Deutschen Fernsehpreis 2008. Reich-Ranicki sollte den Sonderpreis der Deutschen Stifter erhalten. Er lehnte den Preis aber ab, weil er sich nicht der Fernsehlandschaft zugehörig fühlte und er das Fernsehprogramm start kritisierte. Er tat das aber in solch charmanter Weise, dass ihm niemand böse war.

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