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Masern: Wird eine Impfung Pflicht?

In diesem Jahr gibt es einen hohen Zuwachs an Masern-Infektionen. Längst ist die vermeintliche Kinderkrankheit auch ein Problem für Erwachsene geworden. Der Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) fordert nun eine Impfpflicht.

Die Anzahl der Infektionen mit Masern ist in diesem Jahr rasant angestiegen. Die als Kinderkrankheit bekannte, virale Infektion wird oft unterschätzt - dabei ist sie alles andere als harmlos und kann auch den Tod zur Folge haben. Die gute Nachricht ist aber: Wer einmal erkrankt ist, ist danach für immer immun.

905 Masernfälle wurden 2013 bereits verzeichnet, fast die Hälfte davon in Berlin. Dabei sind die Infizierten keineswegs nur Kinder. 47 Prozent der Erkrankten sind junge Erwachsene und bei ihnen verläuft die Krankheit meist viel schwerer als bei Kleinkindern. Masern - das ist nicht nur ein roter Hautausschlag. Tagelanges, hohes Fieber schwächt das Immunsystem und als Folge können Mittelohrentzündungen, Bronchitis oder auch Lungenentzündungen auftreten. In wenigen Fällen kommt es zur Hirnhautentzündung - ein Patient von 10.000 stirbt. Bereits fünf Tage bevor die Hautreaktion auftritt, sind die Infizierten ansteckend. Eine Therapie gibt es nicht. Antibiotika wirken nur bei bakteriellen Erkrankungen, bei einer viralen Infektion wie den Masern, sind sie wirkungslos.

Die Pressesprecherin der Gesundheitsverwaltung des Senats, Regina Kneiding, beruhigt: "Von einer Epidemie sprechen wir in Berlin nicht," aber angesichts der hohen Zahl an Erkrankten, ziehen Politiker nun eine Pflichtimpfung für Kinder in Erwägung.

Die EU hat sich vorgenommen, die Masern bis zum Jahr 2015 komplett auszurotten. Dazu müssten 95 Prozent aller Kinder geimpft werden. In den USA hat die Pflichtimpfung bereits Erfolge verzeichnet: Das Masernvirus gilt dort als ausgerottet.

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