Excite

Massenmörder von Norwegen: Verbrechen gegen die Menschlichkeit

Nachdem der Massenmörder Anders Behring Breivik gestern dem Haftrichter vorgeführt wurde, plant die norwegische Justiz nun offenbar, ihn wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit vor Gericht zu stellen. Damit würde dem Attentäter die Maximalstrafe von 30 Jahren drohen.

Die gestrige Anhörung vor dem Haftrichter verlief unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Die Behörden ignorierten damit den Wunsch des Häftlings und boten ihm keine öffentliche Bühne für seine Hasspredigten. Anders Behring Breivik kommt für acht Wochen in Untersuchungshaft, wovon die ersten vier Wochen in Isolationshaft abgesessen werden. Polizei und Staatsanwaltschaft haben nun acht Wochen Zeit, um die Hintergründe der Tat zu erforschen und sie für den anstehenden Prozess nutzbar zu machen.

Während der gestrigen Vernehmung deutete der rechtsextreme Massenmörder an, dass es noch zwei weitere gewaltbereite 'Zellen' in seiner Organisation gebe. Eine Aussage, die die Polizei nun mit Nachdruck versucht zu überprüfen. Zudem bekennt er sich nicht schuldig, da er getötet habe, um Europa vor dem Islam und Marxismus zu schützen. In der kommenden Zeit soll der Täter psychiatrisch untersucht werden.

Nach den verheerenden Morden vom Freitag steht Norwegen noch immer unter Schock. Überall im Land versammelten sich gestern Menschen zu Trauermärschen. Allein in Oslo kamen rund 200.000 Menschen zusammen, um den Opfern zu gedenken. Inzwischen hat sich auch der Vater des Attentäters zu Wort gemeldet, der seit 16 Jahren keinen Kontakt mehr zu seinem Sohn hat. Er bedauert die schreckliche Tat und wünschte, sein Sohn hätte sich umgebracht.

Quelle: spiegel.de, sueddeutsche.de

Deutschland - Excite Network Copyright ©1995 - 2016