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Massenpanik mit 19 Toten bei Duisburger Love Parade

Am vergangenen Wochenende geschah, was niemand wahr haben wollte: Bei der Duisburger Loveparade starben nach einer Massenpanik 19 Menschen, hunderte wurden verletzt. Unter den Toten sind angereiste Raver aus Holland, Spanien, Italien, Australien, China und Bosnien. Die Zahl der Verletzten wurde seit Samstagabend mehrmals revidiert, mittlerweile geht man von ca. 350 aus.

Seit 2007 findet die Loveparade im Ruhrgebiet statt, erst in Essen, dann Dortmund, in Bochum wurde das Massenevent im letzten Jahr sogar abgesagt. Einen passenden Veranstaltungsort für über eine Million Raver zu finden stellte die örtliche Organisatoren vor die größte Herausforderung. Schließlich fand man das Gelände zwischen A59 und Duisburger Hauptbahnhof, das jedoch nur über einen schmalen Eingang erreichbar und insgesamt nur für 250.000 ausgelegt war. Erste Sicherheitsbedenken wurden bereits im Voraus geäußert. Doch die Veranstalter wollten das Prestigeevents im Jahr der Kulturhauptstadt Europas sicherlich nicht noch mal absagen, wie im Jahr zuvor im Bochum, wo es ebenfalls Sicherheitsbedenken gab.

Doch wie konnte es nur zu diesem schrecklichen Unglück kommen? Der einzige Zugang zum Gelände der Duisburger Loveparade ist nur rund 15 Meter breit und erstreckt sich über 120 Meter Länge. Stundenlang warteten hier tausende junge Menschen, endlich auf das Gelände gelassen zu werden. Mit den heißen Mittagstunden begannen erste Besucher ‚der größten Tanzveranstaltung der Welt’ dann eine Abkürzung zu nehmen und kletterten über Absperrzäune eine Böschung hinauf. Einige erschöpfte Raver brachen bereits im gestauten Tunnel zusammen und mussten später aus dem Getümmel gezogen werden, teilweise schon bewusstlos.

Der WDR berichtete live vom Unglücksort

Ab 17 Uhr und der Ankunft von vielen tausend weiteren Partygästen, die durch das Nadelöhr auf das Festgelände drängten, brach eine Massenpanik aus, die sich wie eine Kettenreaktion durch den Tunnel bewegte und etliche Besucher im Gedränge buchstäblich zerquetschte. Nach einer halben Stunde des Gedränges und Gekreisches hatte sich die Massenpanik gelegt, weil endlich Fluchtwege geöffnet wurden, Sanitäter und Sicherheitspersonal gelangen zu den etlichen Verletzten und Toten. Viele Besucher mussten wiederbelebt werden. Neben Müll und Schuhen lagen überall leblose Körper auf dem Boden. Ein Bild des Terrors. Doch die Musik lief weiter. Die Polizei entschied das Techno-Event auf dem Hauptgelände weiterlaufen zu lassen, um nicht noch mehr Menschenmassen in Bewegung zu setzen.

Bei der anschließenden Pressekonferenz der Veranstalter war Ratlosigkeit in den Gesichtern der Beteiligten zu erkennen, Eingeständnisse bei der Planung des Events oder gar Schuldbekenntnisse kamen hier niemanden über die Lippen. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Duisburg laufen. Der Geschäftsführer der Love Parade GmbH Rainer Schaller verkündete 'das Aus der Loveparade. Worte reichen nicht aus, um das Maß meiner Erschütterung zu erklären. Mir ist alles daran gelegen, die Geschehnisse vollständig aufzuklären'. Inwieweit die Massenpanik mit den vielen Toten bei der Duisburger Loveparade Folgen auf weitere Großevents haben wird und wer die Verantwortung für dieses schreckliche Unglück zu tragen hat, muss weiterhin geprüft werden.

Quelle: bild.de, spiegel.de
Bild: YouTube

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