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Merkel hat ein Treffen zwischen Dalai Lama und Entwicklungshilfeministerin Wieczorek-Zeul organisiert

Seit vergangenem Montag befindet sich der Dalai Lama in Deutschland auf einer fünftägigen Reise. Kein Mitglied der Bundesregierung wollte den Tibet-Aktivisten empfangen, Köhler und Steinmeier sagten im Vorfeld bereits ab. Dafür standen nun mehrere Termine mit Politikern der Union aus Bund und Ländern auf dem Plan, so z.B. Roland Koch und Claudia Roth.

Jetzt berichtet "Stern.de", dass es am kommenden Montag doch zu einer Begegnung zwischen Dalai Lama und einer Regierungsvertreterin kommt. Entwicklungshilfeministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul von der SPD wird den 72-Jährigen im Berliner Adlon Hotel in Empfang nehmen. Die chinesische Regierung kritisiert das ebenso stark wie andere deutsche Politiker, die alle keine Ahnung von der Aktion gehabt haben sollen.

Der SPD-Fraktionsvorsitzende Walter Kolbow sieht das Treffen als Bruch in Deutschlands China-Politik des Außenministeriums, als Provokation der Chinesen. Verteidigungsexperte Jörn Thießen (auch SPD) sprach sogar von einem "schweren Fehler der deutschen Außenpolitik." Die "Süddeutsche Zeitung" berichtet, dass Kanzlerin Merkel selbst das Treffen mit der Ministerin organisiert hatte. Außenminister Steinmeier soll das sehr verärgert haben. Das geistliche Oberhaupt der Tibeter spaltet die deutschen Politiker.

Während die Minister und die chinesische Botschaft toben, ist der Dalai Lama selbst zahm und versöhnlich wie eh und je. Im "ZDF" sagte er, dass China die Ausrichtung der Olympischen Spiele verdiene, er aber keine bislang keine Einladung dazu hätte. Ihm ist auch durchaus klar, warum einige Politiker ihn nicht empfangen wollten. Der "Bild" sagte er, das sei "kein Problem" und er wolle "keine Unannehmlichkeiten bereiten". Der Höhepunkt seiner Reise wird wohl am kommenden Montag der Auftritt bei einer Demonstration der Tibet Initiative am Brandenburger Tor sein.

Bild: Elton Melo (Flickr)

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