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Michskandal von China zieht noch größere Kreise

Die immer neuen Meldungen im chinesischen Milchskandal wollen und wollen nicht enden. Nach dem bekannt geworden war, dass Milchpulver-Produzenten in China die Industriechemikalie Melamin verarbeitet hatten, häuften sich die Fälle der kranken Kleinkinder auf mehrere Tausend. Schnell wurde klar, dass das Gift auch in den Frischmilch-Erzeugnissen von führenden Molkereien enthalten war und die Zahl der toten Babies war auf vier gestiegen. Nun erschrecken die chinesischen Behörden den Rest der Welt mit weiter steigenden Zahlen und es drängen sich Fragen darüber auf, ob auch europäische Babies vom chinesischen Milchskandal bedroht sind.

Mittlerweile sind fast 53.000 Babies und Kleinkinder betroffen. Knapp 13.000 befinden sich noch in stationärer Behandlung in Krankenhäusern, ca. 1600 sind wieder gesund. Bei 104 Babies wird von schweren Erkrankungen gesprochen, in ihren Fällen führte das vergiftete Milchpulver zu schweren Nierenschäden, ihr Überleben ist noch ungewiss. Ministerpräsident Wen Jiabao spricht noch immer davon, die Verantwortlichen zu Rechenschaft zu ziehen und für die Zukunft zu lernen. "Die Regierung begreift den Zwischenfall als Warnung und wird die Bemühungen um die Lebensmittelsicherheit verstärken", sagte der Politiker.

Nach den Behauptungen, dass auch der Weltkonzern Nestle die Gifte in seinen Erzeugnissen verarbeite haben die Behörden in Hongkong das Nestle-Produkt "Dairy Farm Pure Milk" überprüft. Tatsächlich wurden sie fündig, allerdings sei das Melamin in angeblich unschädlichen Mengen vorhanden. Obwohl die Giftstoffe in vielen Milchprodukten gefunden worden sind, sollen die Baby-Erkrankungen alle nur auf das Milchpulver der Firma Sanlu zurückzuführen sein.

In Europa seien keine der verseuchten Produkte zu erwarten, teilte die französische EU-Ratspräsidentschaft mit. Chinesische Milchprodukte entsprächen in der Regel nicht den Prüf-Bestimmungen der EU und würden daher nicht importiert. In Deutschland werden die Bundesländer inzwischen dennoch angewiesen, ihre Kontrollen als Sicherheitsmaßnahme vor illegalen Importen zu verstärken. Andernfalls ist es nicht zu berechnen, welche Ausmaße der Milchskandal von China auch international annehmen könnte.

Quelle: Welt Online, Stern.de, FOCUS Online
Bild: Mark Kobayashi-Hillary (Flickr)

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