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Minister-Riege der GroKo komplett

Zweieinhalb Monate sind nach der Bundestagswahl vergangen, nun steht die große Koalition um Angela Merkel, Sigmar Gabriel und Horst Seehofer endlich fest, der Koalitionsvertrag kann endgültig unterzeichnet werden und die Minister werden in den nächsten Tagen ihre Arbeit aufnehmen.

Nachdem das SPD-Mitgliedervotum der großen Koalition mehrheitlich zustimmte, werden Merkel, Gabriel und Seehofer am heutigen Montagmittag den 185-seitigen Koalitionsvertrag im Berliner Paul-Löbe-Haus unterzeichnen. Am morgigen Dienstagmittag wird Angela Merkel im Bundestag gemäß Artikel 56 des Grundgesetzes ihren Eid ablegen. Im Schloss Bellevue bekommen die Minister vom Bundespräsidenten Gauck ihre Ernennungsurkunden und im Anschluss die jeweiligen Ministerien von ihren Vorgängern übergeben.

Für die nächsten vier Jahre setzt sich dann das neue schwarz-rote Bundeskabinett zusammen aus:

Angela Merkel (CDU), Bundeskanzlerin

Angela Merkel (59) bleibt selbstverständlich Bundeskanzlerin Deutschlands und das für die gesamte Legislaturperiode, wie sie zuletzt entgegen gegensätzlich lautender Gerüchte eines Buchautors noch einmal klarstellte. Merkel ist seit November 2005 Bundeskanzlerin, Bundesvorsitzende der CDU seit Anfang des Jahres 2000. Unter Bundeskanzler Helmut Kohl war sie von 1991 bis 1994 Bundesministerin für Frauen und Jugend, anschließend Bundesumweltministerin.

Sigmar Gabriel (SPD), Stellvertreter der Bundeskanzlerin und Minister für Wirtschaft und Energie

Vizekanzler wird Sigmar Gabriel (54) und übernimmt sogleich den wichtigen Posten des Wirtschaftsministers, ergänzt um die Zuständigkeit für Energiepolitik. Vorsitzender der SPD ist Gabriel seit 2009. In der großen Koalition von 2005 bis 2009 war er bereits Minister für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, bis zwei Jahre zuvor niedersächsischer Ministerpräsident.

Frank-Walter Steinmeier (SPD), Minister für Auswärtiges

Frank-Walter Steinmeier (57) war von 2005 bis 2009 Vizekanzler in der großen Koalition und bekleidete seinerzeit den Posten des Außenministers. Er betonte stets in einer neuen großen Koalition gern dieses Amt fortführen zu wollen. Steinmeier wurde 1998 Staatssekretär im Kanzleramt, im Jahr darauf Chef des Bundeskanzleramts.

Thomas de Maizière (CDU), Minister für Inneres

Auf einen vertrauten Posten kehrt auch Thomas de Maizière (59) zurück. Von Oktober 2009 bis März 2011 war de Maizière bereits Innenminister, bevor er interimistisch das Verteidigungsministerium vom zurückgetretenen Karl-Theodor zu Guttenberg übernahm. In der großen Koalition von 2005 bis 2009 war er Kanzleramtschef.

Wolfgang Schäuble (CDU), Finanzminister

Wolfgang Schäuble (71) genießt international Respekt als Finanzminister Deutschlands und auch in den Reihen der SPD. Schäuble betonte stets, solle er seine Arbeit fortführen, stehe er nur für das Finanzressort bereit. In seiner politischen Laufbahn war er bereits Bundesminister des Innern, Bundesminister für besondere Aufgaben und Chef des Bundeskanzleramts. Von 1998 bis 2000 war Schäuble Bundesvorsitzender der CDU.

Ursula von der Leyen (CDU), Verteidigungsministerin

Ursula von der Leyen (55) ist die erste Frau an der Spitze des Verteidigungsministeriums Deutschlands. Die Berufung der Ärztin auf diesen Posten kam völlig unerwartet, man handelte sie bereits als Gesundheits- oder Innenministerin. Von der Leyen scheint alles zu können, in der großen Koalition von 2005 bis 2009 war sie Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, im Anschluss Bundesministerin für Arbeit und Soziales.

Heiko Maas (SPD), Minister für Justiz und Verbraucherschutz

Heiko Maas (47) kommt aus der saarländischen Landespolitik in das Justiz- und Verbraucherschutzministerium nach Berlin. Maas gilt er als politischer Ziehsohn Oskar Lafontaines und führte bisweilen mit Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer von der CDU die schwarz-rote Landesregierung des Saarlands.

Hermann Gröhe (CDU), Gesundheitsminister

Hermann Gröhe (52) wird den diffizilen Posten des Gesundheitsministers im Kabinett der großen Koalition übernehmen. Seit 2009 ist er als Generalsekretär der CDU, im Bundestag sitzt er seit 1994. Im Rat der Evangelischen Kirche Deutschlands saß der aktive Christ Gröhe von 2003 bis 2009.

Andrea Nahles (SPD), Ministerin für Arbeit und Soziales

Andrea Nahles (43) betreut künftig die Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik in der großen Koalition. Sie ist seit 2009 Generalsekretärin der SPD, von 2007 bis 2009 war Nahles stellvertretende SPD-Vorsitzende. Die junge Rheinland-Pfälzerin war von 1995 bis 1999 Vorsitzende der Jusos.

Barbara Hendricks (SPD), Ministerin für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit

Barbara Hendricks (61) wird Peter Altmaier im Ressort Umwelt beerben. Sie war seit mehr als sechs Jahren Bundesschatzmeisterin der SPD, seit 2001 sitzt sie im Parteivorstand. Bei der Bundestagswahl 2009 berief der damalige SPD-Kanzlerkandidat Steinmeier Hendricks in sein Schattenkabinett.

Johanna Wanka (CDU), Bildungsministerin

Johanna Wanka (62) trat erst Anfang des Jahres die Nachfolge der aufgrund von Plagiatsnachweisen ihres daraufhin aberkannten Doktorgrads zurückgetretenen Annette Schavan an der Spitze des Bildungsministeriums an. Seit 2000 ist die Mathematikerin Forschungsministerin in Niedersachsen, zuvor in Brandenburg. 1989 war Wanka Gründungsmitglied des Neuen Forums in Merseburg, seit 2001 ist sie in der CDU.

Manuela Schwesig (SPD), Ministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Die junge Manuela Schwesig (39) entstammt dem Kompetenzteam von Peer Steinbrück und war 2009 bereits Mitglied von Steinmeiers Schattenkabinett. Schwesig hatte als eine der wenigen ihren Ministerposten nahezu sicher, denn für das Kapitel zur Familienpolitik im Koalitionsvertrag engagierte sie sich federführend.

Hans-Peter Friedrich (CSU), Minister für Ernährung und Landwirtschaft

Der vormalige Innenminister Hans-Peter Friedrich (56) wird sich künftig dem Feld der Landwirtschaft widmen. Ins Innenministerium kam er nachfolgend für Thomas de Maizière, wo Friedrich sich jedoch nie so recht aufgehoben fühlte. Der Abgeordnete des bayerischen Wahlkreises Hof sitzt seit 2008 im Bundestag und war von 2009 bis 2011 Vorsitzender der CSU-Landesgruppe im Bundestag.

Alexander Dobrindt (CSU), Minister für Verkehr und digitale Infrastruktur

Alexander Dobrindt (43) wird das Verkehrsministerium seines Parteikollegen Peter Ramsauer fortführen. Das Amt wird um seine Zuständigkeit für digitale Infrastruktur erweitert. Von 2009 bis 2013 war Dobrindt Generalsekretär der CSU.

Gerd Müller (CSU), Minister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung

Gerd Müller (58), nicht verwandt oder verschwägert mit dem Rekordtorschützen, wird Minister für Entwicklungszusammenarbeit. Er ist seit 2005 parlamentarischer Staatssekretär im Agrarministerium und sitzt seit 1994 im Bundestag.

Peter Altmaier (CDU), Bundesminister für besondere Aufgaben und Chef des Kanzleramts

Peter Altmaier (55), maßgeblich für die Energiewende und als fleißiger Twitterer bekannt, zählt zu den engsten Vertrauten der Bundeskanzlerin. Als parlamentarischer Staatssekretär im Ministerium des Inneren war er von 2005 bis 2009 bereits Mitglied einer schwarz-roten Koalition. Altmaier ist seit 1994 Mitglied im Bundestag.

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