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Mubarak und seine Söhne kommen in Untersuchungshaft

Der gestürzte ägyptische Präsident Hosni Mubarak wurde festgenommen und muss in Untersuchungshaft. Gegen ihn wird wegen Korruption, Verschwendung öffentlichen Eigentums und Amtsmissbrauch ermittelt, dies berichtet die zuständige Staatsanwaltschaft am heutigen Mittwoch.

Die Untersuchungshaft für Mubarak ist zunächst auf 15 Tage angesetzt. Bei einer Vernehmung am Dienstag hatte der ehemalige Präsident einen Herzinfarkt bekommen und musste daraufhin in ein Krankenhaus in Scharm el-Scheich eingeliefert werden. Die Vernehmung soll noch im Krankenhaus fortgesetzt worden sein.

Mubarak war mit seinen Söhnen nach seinem Sturz am 11. Februar in Scharm el-Scheich unter Hausarrest gestellt worden. Nach Protesten der Bevölkerung wurden jetzt auch seine Söhne Gamal und Alaa festgenommen. Sie sollen während der vergangenen Proteste den Befehl zum Einsatz scharfer Munition gegen die Bevölkerung gegeben haben. Bei den Protesten in Ägypten kamen rund 800 Menschen ums Leben. Wie ihr Vater werden sie zudem der Korruption und des Machtmissbrauchs beschuldigt.

Auch andere Größen aus der Regierung Mubarak sind bereits festgenommen worden. Dazu zählen die Minister für Inneres, Wohnungsbau und Tourismus, der Vorsitzende des Schura-Rates und der ehemalige Ministerpräsident Ahmed Nasif.

Damit reagiert die aktuelle Führung auf die Forderungen der Bevölkerung. Erst am Freitag hatten Zehntausende dafür demonstriert, dass Mubarak und seine Entourage für ihre Verbrechen zur Verantwortung gezogen werden müssen.

Die Bevölkerung wirft dem regierenden Militärrat vor, sich nicht entschieden genug für die Sicherheit im Lande einzusetzen und zu wenig den Demokratisierungsprozess voranzutreiben. Dass Mubarak und seine Gefolgschaft jetzt festgenommen wurden und Konsequenzen für ihre Untaten zu erwarten haben, gibt jedoch erneut Hoffnung für eine demokratische Zukunft Ägyptens.

Quelle: spiegel.de, zeit.de, abendblatt.de
Bild: youtube.com

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