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Nach 36 Stunden Terror in Indien

Der Terror in Bombay hält an. Der seit Mittwoch anhaltende Ausnahmezustand in der indischen Finanzmetropole ist noch nicht vollständig unter Kontrolle. Immer noch haben Terroristen Geiseln und Gebäude in ihrer Gewalt, bisher starben mehr als 130 Menschen, über 300 sind verletzt.

Nachdem islamistische Terroristen der bislang unbekannten Gruppierung Deccan Mujahideen gleichzeitig mehr als zehn Ziele der 14-Millionen-Metropole angegriffen hatten, glich die Innenstadt Bombays einem Schlachtfeld. Es sollen insgesamt nicht mehr als 25 junge Männer gewesen sein, die die Stadt mit Maschinengewehren, Sprengstoff und Handgranaten ins Chaos stürzten. Sie sind in der Nacht vor dem Anschlag mit Booten von der Halbinsel Colaba im Süden Bombays angekommen. Einige der Terroristen konnte die Polizei lebend in Gewahrsam nehmen, darunter befinde sich auch ein Pakistani, melden indische Medien.

Indiens Premierminister Manmohan Singh sagte bereits gestern, dass die Verantwortlichen mit aller Härte aufgespürt und bestraft werden würden. Sein Stellvertreter Sriprakash Jaiswal äußerte: "Wir betrachten die Terrorangriffe als Krieg und behandeln die Situation wie einen Ausnahmezustand zu Kriegszeiten." Noch in der vergangenen Nacht hat sich die Regierung Pakistans zu den Anschlägen geäußert. Trotz des höchst angespannten Verhältnisses der Länder verurteilt auch Pakistan den Terrorakt und sicherte volle Unterstützung bei der Bekämpfung zu. Bisher wird stark davon ausgegangen, dass die Deccan Mujahideen aus Pakistan heraus operierten, bzw. die Anschläge dort vorbereiteten.

Derweil wird im Stadtzentrum noch immer an der Befreiung von Geiseln gearbeitet. Gegen 03:00 heute morgen stürmte eine Spezialeinheit das Jüdische Zentrum in Bombay, auch dort hielten Terroristen Menschen in ihrer Gewalt. Wenige Stunden später konnte die Polizei mehr als 90 Geiseln aus dem noch immer belagerten Luxushotel "Oberoi Trident" befreien, darunter auch zwei Mitarbeiterinnen des deutschen Außenministeriums. Das auswärtige Amt in Berlin ließ mitteilen: "Wir sind sehr erleichtert." Etwa zur selben Zeit war zu hören, dass im Hotel "Taj Mahal" noch immer mindestens ein Terrorist verschanzt sei, obwohl die Lage dort schon gestern geklärt sein sollte. Die meisten Gäste und Mitarbeiter seien in Sicherheit, aber ein verletzter Angreifer habe möglicherweise noch Geiseln in seiner Gewalt.

Das Chaos in Bombay soll sich in den nächsten Stunden endgültig lichten. Inzwischen kann mit Sicherheit gesagt werden, dass sich unter den vielen Opfern auch ein Deutscher befindet. Der Münchner Medienunternehmer Ralph Burkel kam ums Leben, als er sich aus dem belagerten "Taj Mahal" retten wollte. Von den 130 Toten sollen acht Menschen aus dem Ausland gewesen sein, weitere Einzelheiten über die Identitäten der Opfer sind noch nicht geklärt. Nun bleibt zu hoffen, dass die Lage in Indien nach mehr als 36 Stunden Terror langsam unter Kontrolle kommt.

Quelle: Spiegel Online, Welt Online, Reuters.com, FOCUS Online
Bild: YouTube

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