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Nach dem Amoklauf in Finnland

Der gestrige Amoklauf in Finnland versetzte das ganze Land in Schock und Trauer. Nachdem der 22-jährige Täter gestern zehn Menschen an seiner Berufsschule in Kauhajoki getötet und sich anschließend selbst das Leben genommen hatte, ergaben die Untersuchungen bereits nach wenigen Stunden erschreckendes. Video-Warnungen auf YouTube, gefährlicher Sprengstoff und lange Planungen der grausamen Tat werfen neue Fragen auf.

Bei dem Amokläufer handelte es sich um den 22 Jahre alten Finnen Matti Saari. Gestern war wiederholt der Name "Herra S." gefallen, was im Finnischen soviel wie "Herr S." bedeutet. Im ganzen Land stehen nun die Flaggen an öffentlichen Gebäuden auf Halbmast, die angeordnete Staatstrauer gedenkt den zehn Opfern von Saari, unter denen sich auch ein Lehrer befand.

Inzwischen ist klar, dass Matti Saari nicht nur seine halbautomatische Walther P22 Pistole bei sich trug, sondern auch noch einen Rucksack voller Sprengstoff. Die Polizei von Kauhajoki meldete außerdem, dass der junge Mann die Tat wohl bereits seit sechs Jahren plante. Die Untersuchung seines Zimmer im Studentenwohnheim habe dies ergeben. Man sei auf eine Menge Material gestoßen, das Saaris "grenzenlosen Hass auf alle Mitmenschen" zum Ausdruck gebracht hätte. Er schrieb düstere Gedichte, spielte Schlagzeug, mochte Horrorfilme und verkündete drei Stunden vor seiner Tat im Internet: "Das ganze Leben ist Krieg und das ganze Leben ist Schmerz und jeder ist bei diesem Krieg allein."

Die finnische Innenministerin Anne Holmlund wirft der Polizei nun vor, trotz Warnung nicht gehandelt zu haben. Die Frage ist, ob sich jemand wie Matti Saari überhaupt hätte aufhalten lassen, schließlich verübte er den Amoklauf, nachdem ihn die Polizei am Samstag befragte und als ungefährlich einstufte. Inzwischen hat Finnlands Regierungschef Marri Vanhanen schärfere Waffengesetze gefordert, da bereits vor einem Jahr eine vergleichbare Tat im Süden des Landes stattgefunden hatte.

In Finnland kommen auf 100 Bürger 32 Waffen, insgesamt befinden sich 1,6 Millionen Schusswaffen in privaten Händen. Das ist weltweit Platz 3 hinter den USA und dem Jemen. An diesen Zahlen wird sich über kurz oder lang etwas ändern nach dem Amoklauf von Finnland.

Quelle: heute.de, stern.de
Bild: YouTube

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