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Nach dem Massenmord: Norwegen im Schockzustand

Nach dem Anschlag am Freitag befindet sich Norwegen noch immer im Schockzustand. Immer mehr Details über den Massenmörder und seine schreckliche Tat kommen ans Licht. Im Prozess will Anders Behring Breivik nun sein wirres Weltbild und seine Beweggründe darlegen. Die Polizei will einen Ausschluss der Öffentlichkeit beantragen.

Als am Freitagabend eine Autobombe im Osloer Regierungsviertel explodierte und der Mörder kurz darauf ein Blutbad in einem Feriencamp der sozialdemokratischen Jugendorganisation auf der Fjordinsel Utøya anrichtete, war dies der schlimmste Gewaltakt in Norwegen seit dem zweiten Weltkrieg. Durch die Autobombe starben sieben Menschen, mindestens 86 fielen dem Massaker auf der Ferieninsel zum Opfer. Noch immer werden Menschen vermisst, sodass die Zahl der Todesopfer weiter ansteigen könnte. Unter den Opfern befindet sich auch der Stiefbruder von Prinzessin Mette-Marit, der auf Utøya Urlaub machte.

Mittlerweile steht auch die Polizei in der Kritik. So konnte Anders Behring Breivik über eine Stunde auf die Jugendlichen in dem Feriencamp schießen, bevor die Polizei vor Ort war. Diese musste mit dem Auto aus dem ca. 40 Kilometer entfernten Oslo anrücken, da die örtlichen Polizeikräfte nicht für einen solchen Einsatz ausgebildet sind und kein Hubschrauber zur Verfügung stand. Als die Polizei auf der Insel erschien, ergab der Täter sich wiederstandslos.

Anders Behring Breivik hatte seine furchtbare Tat minutiös über viele Jahre geplant. In einer weit über tausend Seiten starken Schrift mit dem Titel '2083. Eine europäische Unabhängigkeitserklärung' legt er sein bizarres Weltbild dar, dass als ein Amalgam aus Verschwörungstheorien, rechtsextremem Pseudotheorien und christlichem Fundamentalismus beschrieben werden kann. Über die Planung des Anschlags führte er zudem ein detailliertes Logbuch. Für die Zeit nach seiner Festnahme kündigte er eine 'Propagandaphase' an, um Menschen von seinen Ansichten zu überzeugen. Dazu will er offenbar eine öffentliche Verhandlung. Nach dem Anschlag ist es jedoch unwahrscheinlich, dass die zuständigen Behörden in Norwegen dies zulassen werden.

Das Regierungsviertel in Oslo nach der Detonation der Autobombe:

Quelle: spiegel.de, stern.de

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