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Nach dem Terror von Indien - Knapp 200 Tote, über 300 Verletzte

Gestern fand der Terror in Indien nach drei schrecklichen Tagen zum Glück sein Ende. Die Anschlagsserie islamistischer Terroristen in Bombay kostete letzten Endes knapp 200 Menschen das Leben, darunter auch drei Deutsche. Mehr als 300 weitere sind verletzt worden. Damit handelt es sich um den schwersten Terroranschlag in Indien seit 15 Jahren. Nun stehen Bürger und Politiker vor einem Scherbenhaufen, auf Schuldzuweisungen und Rücktritte folgen nun auch erste internationale Schlichtungsversuche.

Gestern konnten Spezialeinheiten nach über 60 Stunden Terror dann schließlich noch die Luxushotels "Taj Mahal" und "Oberoi Trident" befreien. Die Behörden durchforsten noch immer die Räume der angegriffenen Orte, gehen davon aus, dass die Zahl der Leichen auf über 200 steigen wird. Einer der Terroristen ist lebend in Gewahrsam genommen worden, die anderen starben bei den Anschlägen. Man konnte inzwischen feststellen, dass die Islamisten mit einer HiTech-Ausrüstung ausgestattet waren, u.a. anderem GPS-Systeme und Satellitentelefone nutzten. R. R. Patil, Vize- Regierungschef des indischen Bundesstaates Maharashtra, erklärte: "Sie standen ständig in Kontakt mit einem anderen Land. Wir haben dermaßen viel Munition bei ihnen gefunden - es ist offensichtlich, dass sie vorhatten, 5000 Menschen umzubringen."

Den ersten Berichten zu Folge waren es bis zu 25 junge Männer, die am Mittwoch verschiedene Ziele in der indischen Metropole angriffen. Inzwischen ist von nicht mehr als zehn Terroristen die Rede. Per E-Mail hatte sich eine bislang nicht in Erscheinung getretene Organisation mit dem Namen Deccan Mujahideen zu den Anschlägen bekannt, mittlerweile ist nicht mal mehr klar, ob diese in der Form überhaupt existiert. Zahlreiche Terrorgruppierungen könnten an der Anschlagsplanung beteiligt sein, Indiens Premierminister Manmohan Singh geht jedenfalls davon aus, dass die Anschläge ohne die Hilfe der Regierung Pakistans nicht möglich gewesen wären. Außenminister Pranab Mukherjee drohte Pakistan mit "ernsthaften Konsequenzen". Einige Politiker sind bereits zurückgetreten, die Opposition forderte sogar den geschlossenen Rücktritt der gesamten Regierung, wozu es erst mal nicht kommen wird. Außerdem wird US-Außenministerin Condoleezza Rice diese Woche nach Indien reisen, um sich ein Bild der Lage und den Spannungen zwischen den beiden verfeindeten Ländern zu machen.

Der festgenommene Terrorist Azam Amir Kasav soll bereits geäußert haben, dass er und seine Mittäter einen indischen 11. September geplant hätten. Außerdem soll der 21-jährige Pakistani die Gruppierung Lashkar-e-Taiba als verantwortliche Drahtzieher genannt haben, offiziell bestätigt ist bisher allerdings keine der Aussagen. Die Menschen in Bombay kommen nun ganz langsam zur Ruhe, aber der Schock sitzt tief. In Gedenken an die Opfer der Terroranschläge in Indien wurden auf der ganzen Welt unzählige Kerzen angezündet.

Quelle: Netzeitung.de, FOCUS Online, Welt Online, FTD.de
Bild: LaPresse

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