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Nach der Entführung der drei Deutschen stellt PKK weitere Forderungen

Für die drei von der PKK entführten Deutschen ist noch immer kein Ende ihres Martyriums in Sicht. Die Bergwanderer aus Bayern wurden vor fast einer Woche am Berg Ararat im Südosten der Türkei von Rebellen der PKK entführt. Seither arbeiten die deutschen und türkischen Behördern gemeinsam daran, die Geiseln aufzuspüren und zu befreien, bisher ohne Ergebnis. Die PKK-Führung distanzierte sich unlängst von der Entführung, eine lokale Gruppe hätte eigenverantwortlich gehandelt. Forderungen wurden dennoch gestellt und den entführten Männern soll es gut gehen. Alles in allem hat es die deutsche Regierung teilweise mit widersprüchlichen Aussagen zu tun.

Die türkischen Militärs liefern sich derweil zahlreiche Kämpfe mit PKK-Rebellen. In der Nacht auf Montag bombardierten sie Lager der Rebellenorganisation. Die Entführer forderten in einer schriftlichen Meldung, Deutschland hätte seine kurdenfeindliche Politik einzustellen. Die PKK-Führung meldete am Sonntag, die Bundesregierung müsse Druck auf die Türkei ausüben, damit die aufhört, die Kurden zu bekämpfen. Gestern kamen bereits neue Meldungen und Forderungen, erneut von der PKK-Spitze. Sozdar Avesta, zweithöchste Soldatin in der Rangordnung der militanten Kurden, gab eine Art Pressekonferenz im nordirakischen Kandilgebirge.

Avesta warf der Bundestegierung vor, dass die Entführung eine Reaktion auf die Behandlung sei, die Kurden durch die Deutschen erfuhren. Gemeint ist das Arbeitsverbot des TV-Senders Roy TV und das Einsperren von PKK-Aktivisten. Sie forderte außerdem, dass Deutschland die Türkei dazu bewegen solle, ihren Kampf gegen die Kurden zu stoppen und vor allem ihre Soldaten aus dem Nordirak abzuziehen. Erst wenn ein "friedliches Klima" geschaffen würde, könnten die Entführten freigelassen werden. Außerdem solle eine internationale Organisation wie das Rote Kreuz die Übergabe begleiten.

Der PKK-Sprecher Ahmed Deniz nannte die Entführten in einem Telefon-Interview mit einer italienischen Nachrichtenagentur "Ehrengäste" und nicht Geiseln, er versicherte, dass es ihnen "ausgezeichnet" ginge. Wie außerdem "Sueddeutsche.de" berichtet, halten die meisten der PKK-Sympathisanten in Deutschland die Entführung für falsch. Das hat das Bonner Zentrum für Kurdische Studien herausgefunden. In Köln wird derweil ermittelt, weil bei einer kurdischen Sport- und Kulturveranstaltung Symbole der PKK auf T-Shirts und Flaggen getragen wurden. In Berlin hingegen arbeitet man weiterhin auf Hochtouren an einer Lösung, wie die von der PKK entführten Deutschen zu befreien sind.

Quellen: Netzeitung.de, Spiegel Online
Bild: YouTube

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