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Nahtod-Erlebnisse: Beweis für ein Leben nach dem Tod?

Sogenannte Nahtod-Zustände sind ein Faszinosum: Handelt es sich um einen Blick ins Jenseits oder um Halluzinationen aufgrund von Sauerstoffmangel im Gehirn?

Die Physiotherapeutin und Familienberaterin Sabine Mehne machte eine Nahtod-Erfahrung und berichtet, sie habe sich wie in "einem watteähnlichen hellen, fließenden Körper" gefühlt. Die Mutter dreier Kinder schrieb das Buch "Licht ohne Schatten" (Patmos Verlag) und beschreibt darin ihre neu erwachte Lebenslust nach dem Erlebnis: "Eigentlich ist es eine so tiefgehende Erfahrung, dass sie eher "Lebenserfahrung" heißen müsste, weil sie das Leben so sehr bereichert und verändert."

Auch der Neurochirurg Eben Alexander veröffentlichte ein Buch und "Blick in die Ewigkeit" schaffte es sogar in die internationalen Bestsellerlisten. Der US-amerikanische Wissenschaftler ist nach seinem Nahtod-Erlebnis überzeugt, "dass die menschliche Erfahrung über das Grab hinausgeht" und schreibt: "Der Ort, an den ich ging, war real. Real in einer Weise, die das Leben, das wir hier und jetzt führen, im Vergleich dazu wie einen Traum erscheinen lässt."

Skeptiker halten Nahtod-Erfahrungen jedoch nicht für einen Beweis, dass es ein Leben nach dem Tod gibt, sondern für eine Phase die etwas über den Sterbeprozess aussagt. Der Psychiater und Nahtod-Experte Michael Schröter-Kunhardt meint, die Bilder während solcher außergewöhnlichen Erlebnisse seien nicht real sondern geprägt durch unbewusste, persönliche Erwartungen. So gab es beispielsweise eine junge Frau, die während ihrer Nahtod-Erfahrung an ihre Eltern denken musste und diese dann plötzlich auch sehen konnte.

Der Verein "Netzwerk Nahtod-Erfahrung" erklärt, dass vier Millionen Deutsche Schätzungen zufolge einmal ein solches Erlebnis hätten - nach einem Unfall oder bei schwerer Krankheit, bei der Geburt eines Kindes oder auch ganz spontan. Oft geschieht es während eines Herzstillstandes. Die meisten Menschen ändern daraufhin ihr Leben und verlieren die Angst vor dem Tod. Forscher erklären die Nahtod-Zustände als Halluzinationen, die in Folge von Sauerstoffmangel oder durch eine extreme Ausschüttung von Stresshormonen entstünden.

Eindeutig und schlüssig können Nahtod-Erfahrungen bisher nicht erklärt werden und die große Frage nach dem "Danach" bleibt bis auf weiteres eines der größten Rätsel für die Wissenschaft.

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