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Nairobi: Das Geiseldrama im Einkaufszentrum geht weiter

Seit vier Tagen herrscht Terror in Kenia: In einem Einkaufszentrum in Nairobi hatten Kämpfer der somalischen Al-Schabab-Miliz auf Menschen geschossen und sich mit mehreren Geiseln in dem Gebäude verschanzt.

In der Nacht zu Dienstag hatte die kenianische Regierung die Befreiung aller Geiseln aus dem Einkaufszentrum verkündet - voreilig, denn noch immer gibt es Gefechte zwischen den Spezialkräften und den verbliebenen islamistischen Angreifern. Laut der Nachrichtenagentur AFP halten sich die Angreifer in einem der oberen Stockwerke des sehr weitläufigen Komplexes in Kenias Hauptstadt Nairobi auf. Augenzeugen berichteten, dass bei Sonnenaufgang noch immer geschossen wurde und Explosionen zu hören gewesen sind.

Noch am Montagabend hatte das kenianische Innenministerium auf Twitter erklärt, das Einkaufszentrum unter Kontrolle gebracht zu haben: "Wir glauben, dass alle Geiseln freigekommen sind." Sicherheitskräfte vor Ort hatten angegeben, dass mehrere der Geiseln gerettet und in ein Krankenhaus gebracht worden waren. Am Dienstagmorgen war dann aber wieder Gefechtslärm in dem Einkaufszentrum zu hören. Gegen 06.30 Uhr Ortszeit hörte ein Reporter der Nachrichtenagentur AP erneut eine Explosion und er beobachtete, wie die Sicherheitskräfte eine Leiche aus dem Komplex trugen.

Die Kämpfer gehören der somalischen Al-Schabab-Miliz an und verlangen ein Ende des kenianischen Militäreinsatzes gegen den Nachbarstaat Somalia. Das Rote Kreuzes vermeldete, dass bei dem Angriff im Einkaufszentrum bis zum Montagnachmittag insgesamt 62 Menschen getötet und ungefähr 200 Menschen verletzt wurden. Unter den Toten sind neben Kenianern auch Ausländer gewesen - darunter Briten, Franzosen, Kanadier, Inder, ein Mann aus Ghana, ein Südafrikaner sowie eine Chinesin.

Aber auch an dem Angriff seien kenianischen Regierungsangaben zufolge US-Bürger und eine Britin beteiligt: "Nach unseren Informationen waren zwei oder drei Amerikaner dabei und ich glaube, dass ich von einer Britin gehört habe", so die kenianische Außenministerin Amina Mohamed. Die Britin habe "so etwas schon viele Male getan" und die US-Bürgern seien Männer im Alter von 18 und 19 Jahren. Sie stammten alle aus Somalia sowie der arabischen Welt und hätten in den USA gelebt.

Am Montagabend traf der am Internationale Strafgerichtshof in Den Haag wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit angeklagte kenianischen Vizepräsidenten William Ruto in Nairobi ein - er soll dort den Präsidenten Uhuru Kenyatta in der Krise unterstützen.

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