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Nationale Trauer nach dem Erdbeben in Italien

Die Rettungsarbeiten nach dem Erdbeben in Italien nehmen kein Ende. Die Zahl der Todesopfer ist inzwischen auf 283 gestiegen, auch vier Tage nach der Katastrophe wird die Region Abruzzen noch von Nachbeben erschüttert. Heute findet eine zentrale Trauerfeier statt und die Überlebenden bemühen sich um ein normales Osterfest.

Ministerpräsident Silvio Berlusconi gab bekannt, dass die Rettungsarbeiten noch bis Ostersonntag andauern sollen. Allerdings gehen die Helfer kaum noch davon aus, dass weitere Überlebende in den Trümmern der Stadt L'Aquila und Umgebung gefunden werden. Laut "Sueddeutsche.de" werden noch knapp 500 Menschen vermisst, gemessen an den Schätzungen der letzten Tage ist diese Zahl erschreckend hoch. Inzwischen ist klar, dass 30.000 Menschen über Nacht ihr Heim verloren haben. Sie verweilen noch immer in den von der Regierung zur Verfügung gestellten Zeltlagern, Hotels an der Adria und extra bereitgestellten Eisenbahnschlafwagen.

Heute findet außerdem die nationale Trauermesse zum Gedenken der Erdbebenopfer statt. Die Messe wird von Kardinal Tarciso Bertone geleitet, nach den Ostertagen wird Papst Benedikt XVI. das Katastrophengebiet bereisen. "FOCUS Online" berichtet, dass der Papst gestern Öle gesegnet hatte, die nach L'Aquila geschickt wurden. In der schweren Zeit suchen viele Italiener ihren Trost in der Religion. Auf "Stern.de" ist zu lesen, dass die Überlebenden teilweise in die Trümmer ihrer Häuser zurückgekehrt sind, um ihre Kruzifixe zu bergen. "Ich habe alles verloren, aber ich habe immer noch Gott", wird eine Frau vor den Ruinen ihres ehemaligen Guts zitiert.

Die Kosten für den Wiederaufbau von L'Aquila werden von Tag zu Tag höher geschätzt, Berlusconi sprach zwar von mehreren Milliarden Euro, ließ sich aber nicht mehr zu einer genaueren Aussage hinreißen. Seit 1976 hat die italienische Regierung 46 Milliarden Euro für die Schadensbehebung von drei Erdbeben ausgegeben. Nach dem verheerenden Erdbeben vom Montagmorgen bekam Italien zahlreiche Hilfsangebote, u.a. aus dem Notfallfonds der EU und von Barack Obama.

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