Excite

Neue Mitglieder für die EU?

Die Europäische Union wird sich weiter vergrößern, denn Kroatien und Island stehen kurz vor einem Beitritt. Der Balkan-Staat Mazedonien tritt derzeit in Verhandlungen mit der EU. Ihm werden gute Chancen zur Aufnahme gegeben. Die Türkei dagegen, die schon lange EU-Mitglied werden will, bekommt zwar Lob für ihre geänderte Politik, muss aber noch weitere Reformen auf den Weg bringen.

Noch vor Weihnachten könnte über die Reformpolitik von Island und Kroatien entschieden werden, sagte EU-Kommissar Olli Rehn laut der Nachrichtenagentur Reuters. "Wenn wir sicher sind, dass beide Länder bereit sind, sollen sie beitreten." Laut Einschätzungen von Diplomaten habe Kroatien derzeit die besten Chancen. Aber auch Island sei nicht weit von einem Beitritt entfernt. In dem Land, das zur Zeit von einer Wirtschaftskrise gebeutelt wird, gilt bereits das EU-Wirtschaftsrecht. Mit einem Beitritt soll die dortige Situation stabilisiert werden. Als möglichen Termin nannte Rehn das Jahr 2012.

Etwas weiter davon entfernt ist derzeit Mazedonien. Dem Balkanstaat wurde von der EU bisher lediglich in Aussicht gestellt, dass bald Verhandlungen über den Beitritt geführt werden. Mazedonien hat schon seit 2005 den Status eines Beitrittskandidaten, Griechenland habe aber laut focus.de die Anerkennung wegen eines seit 1991 andauernden Namensstreites bisher verhindert. Die griechische Regierung verweigert dem Land das Recht auf Nutzung des Namens "Mazedonien", denn in Nordgriechenland heißt eine Region ebenso. Die EU dagegen fordere laut derwesten.de von allen Balkanstaaten, den Kampf gegen Korruption und das organisierte Verbrechen härter anzugehen.

Viel Lob für ihren Reformkurs bekommt derzeit die Türkei von der EU. Laut Frankfurter Rundschau sei dies aber mehr Zuckerbrot, weniger Peitsche. Die Kommission freue, dass das Land auf dem Weg sei, die schwierigen Beziehungen zum Nachbarland Armenien zu normalisieren. Trotzdem stünden der Türkei noch einige Dinge einem EU-Beitritt im Wege. Der EU-Kommission missfalle es laut derwesten.de, wie die türkische Regierung mit der Presse umgehe. Dortige Journalisten seien der ständigen Gefahr ausgesetzt, dass sie verfolgt und verhaftet werden. Außerdem seien die Rechte der Frauen in der Türkei nach wie vor ein großes Problem in den Augen der EU. Ein EU-Beitritt der Türkei könnte also im Gegensatz zu Island und Kroatien, noch dauern.

Deutschland - Excite Network Copyright ©1995 - 2016