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NSU-Prozess beginnt mit einer Unterbrechung

Die Verteidiger von Beate Zschäpe arbeiten anscheinend mit allen Tricks und Kniffen und sind offenbar bestens auf den NSU-Prozess in München vorbereitet. Zum Start des lang erwarteten Prozesses sorgten sie erst einmal für eine Unterbrechung. Sie stellten einen Befangenheitsantrag gegen den Vorsitzenden Richter Manfred Götzl.

Die Verteidiger der Hauptangeklagten Beate Zschäpe bemängelten, dass der Richter anordnen ließ, dass die Anwälte der Angeklagten vor Betreten des Gerichtssaals auf Waffen untersucht werden, nicht aber die Polizeibeamten und Justizbediensteten. Die Verteidiger von Zschäpe begründeteten den Antrag so: "Eine derart diskriminierende und desavouierende Haltung gegenüber den Verteidigern der Mandantin muss das Vertrauen in die Unvoreingenommenheit des abgelehnten Vorsitzenden zutiefst erschüttern und rechtfertigt daher dessen Ablehnung."

Den Antrag stellten die Anwälte direkt nach Beginn des NSU-Prozesses. Deswegen kam es direkt zu einer Unterbrechung. Für 20 Minuten passierte nichts im Gerichtssaal, dann konnte der Prozess fortgesetzt werden. Über den Antrag wird weiterhin verhandelt. Die Verteidiger von Zschäpe warfen dem Richter außerdem vor, dass man ihnen unterstelle, sich indirekt an den kriminellen Taten beteiligt zu haben.

Der Auftakt des NSU-Prozess wird immer holpriger. Vor drei Wochen musste die Verhandlung verschoben, weil es Probleme und Proteste bei der Akkreditierungsauswahl für Medienvertreter gab. Nun sollte der Prozess, der als einer der wichtigsten in der Geschichte Deutschlands gilt, endlich beginnen, aber zum Start gab es erst einmal eine Unterbrechung.

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