Excite

Obama ist Präsidentschaftskandidat

Es ist vollbracht und ein historischer Moment in der Geschichte der USA gleichermaßen - nach 16 zähen Monaten des US-Vorwahlkampfes – steht nun fest, dass Barack Obama als erster Afro-Amerikaner Präsidentschaftskandidat der Demokraten wird.

Nach den Ergebnissen des gestrigen Abends bei den Vorwahlen in Montana und South Dakota liegt Obama nun endgültig uneinholbar vor seiner erbitterten Konkurrentin Hillary Clinton. Aber nicht nur sein deutlicher Sieg in Montana und die zu vergebenden Delegiertenstimmen gaben den Ausschlag. Schon im Laufe des Tages und auch während der Berichterstattung hatten sich zahlreiche der entscheidenden Superdelegierten auf die Seite Obamas geschlagen. Zusammen hatte es dazu geführt, dass Barack Obama die magische Grenze von 2.118 Stimmen überschreiten konnte.

Mit nun 2.156 liegt er nun weit vor seiner Konkurrentin, die auf 1.923 Delegiertenstimmen kommt. Und so trat Obama um sieben Uhr früh unserer Zeit vor eine jubelnde Fan-Menge in St. Paul, Minnesota und erklärte sich zum Präsidentschaftskandidaten. Auf diesen Satz hatten seine Anhänger lange gewartet, immer wieder hatte es Rückschläge gegeben: "Heute Abend kann ich vor euch treten und euch sagen, dass ich der Kandidat der Demokraten bei der Präsidentschaftswahl sein werde."

Seine Konkurrentin Hillary Clinton indes warf bei ihrer gestrigen Rede noch nicht offiziell das Handtuch – kein Wort von einer Niederlage. Aber für sie wird es jetzt in den nächsten Tagen und Wochen darum gehen, ob sie und Obama zueinander finden und ihre Partei gemeinsam wieder auf Kurs zu bringen. Wahrscheinlich bringt sie sich für einen anstehenden Poker um die zu vergebenen Posten in Stellung – möglicherweise, so vermuten, hoffen oder befürchten Viele, strebt sie tatsächlich das Amt der Vize-Präsidentin an.

Obama, das hat der gestrige Abend gezeigt, weiß genau um die Bedeutung, die Hillary Clinton für ihn haben könnte. Zu Beginn seiner Rede pries er die New Yorker Senatorin in lauten Tönen und hob die Leistungen hervor, die sie allein in diesem Wahlkampf gezeigt hätte. Und so erklärte Barack Obama weiter: "Eine historische Reise geht zu Ende, eine neue beginnt. Lasst uns beginnen, zusammen zu arbeiten und uns zu einen, um gemeinsam die Zukunft Amerikas zu verändern."

Eitel Sonnenschein ist jedoch nicht zu erwarten bei den anstehenden Verhandlungen um Macht und zukünftige Posten, der wohl einzig hinter verschlossenen Türen stattfinden wird. Clinton will sich in Position bringen, die bestmögliche Ausgangsposition zu ergattern. Gut möglich, so meinen Beobachter, dass Barack Obama aber nach seiner erfolgreichen Nominierung zum Präsidentschaftskandidaten am Ende nicht ohne sie Präsident der Vereingten Staaten werden kann.

Quelle: CNN.com, Spiegel-Online
Bild: CNN

Deutschland - Excite Network Copyright ©1995 - 2016