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Obama will Todesstrafe für Kinderschänder

Der US-Präsidentschaftskandidat Barack Obama hat sich gegen ein Urteil des Obersten Gerichtes ausgesprochen, dass die Todesstrafe für Kinderschänder grundsätzlich verboten hatte. Wie auch sein Kontrahent McCain forderte Obama, dass es in gewissen Fällen möglich sein müsste, Vergewaltiger von Kindern hinzurichten.

Obama sagte, dass nach der Vergewaltigung eines sechs oder acht Jahre alten Kindes die Todesstrafe unter strengen Auflagen zumindest möglich sein sollte. Aus diesen Gründen lehne Obama das generelle Verbot des Gerichtes ab.

McCain urteilte ähnlich und kritisierte das Urteil reißerisch als einen Rückschlag für all jene, die versuchten, “diese schändlichen Verbrecher für das verabscheuungswürdigste Verbrechen“ zu bestrafen. Anscheinend ist man in den Vereinigten Staaten auch weiterhin nicht in der Lage, einen reflektierteren Blick auf die Todesstrafe zu werfen. Und alle, die sich von einer Amtszeit Obamas vielleicht erstmals eine Einschränkung von Todesstrafen erhofft hatten, müssen sich wohl der ernüchternden Realität stellen.

Bleibt zu hoffen, dass das Urteil des Obersten Gerichts dennoch Bestand haben wird. Dieses hatte argumentiert, dass die Todesstrafe bei Vergewaltigungen nicht mit der Verfassung in Einklang gebracht werden könne. Bereits im Jahre 1977 verbot das Gericht Hinrichtungen für Vergewaltigungen oder Straftaten, in denen das Opfer nicht zu Tode gekommen ist.

Jetzt wurde die Diskussion wegen eines Falles in Louisiana wieder aufgenommen. Dort sitzen zwei Kinderschänder in der Todeszelle. Was Obama sich von seiner Forderung, die Todesstrafe für solche Fälle zu ermöglichen, erhofft, kann nur vermutet werden – am Ende entscheidet noch einmal das Oberste Gericht.

Quelle: Spiegel-Online, heute.de
Bild: springhill2008(Flickr)

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