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Onlinespiel gegen Minarette sorgt in der Schweiz für Aufregung

Ein Onlinespiel sorgt in der Schweiz derzeit für heftige Diskussion und wilde verbale Attacken. Der Grund dafür ist eine seit Wochen laufende Anti-Minarett-Initiative der "Eidgenössischen Volksinitiative" – diese lässt in der basisdemokratischen Schweiz am 29. November in einer Volksbefragung über ein generelles Minarett-Verbot abstimmen und rührt dafür mit allen Mitteln die Werbetrommel.

Größter Stein des Anstoßes ist dabei ein Onlinespiel, bei dem der User in einer vorgegebenen Zeit so viele Minarett-Bauten verhindern muss wie möglich. Mittels eines Stoppschildes geht es darum, die muslimischen Bauten verschwinden zu lassen und gleichzeitig singende Muezzine aus dem Verkehr zu ziehen. Dazu der politische Aufruf der Volksinitiative: "Die Schweiz ist voller Minarette. Damit das nicht passiert: Am 29. November JA zum Minarettverbot!"

Nun regt sich bei den gemäßigten Parteien der Schweiz und den muslimischen Dachverbänden harsche Kritik an dem Onlinespiel. "Das ist eine neue und gefährliche Dimension im Umgang mit anderen", sagte der Präsident der Föderatio Islamischer Dachorganisationen. Und Georg Kreis, Präsident der Kommission gegen Rassismus erklärte: "Unser Problem sind ganz offensichtlich nicht die Muslime, sondern die vermeintlich ureidgenössischen Taliban."

Und um für ihr Minarett-Verbot zu werben sind der Volksinitiative neben dem geschmacklosen Spiel auch andere Mittel recht – landesweit klebten sie Plakate, auf der eine voll verschleierte Frau vor der schweizerischen Landesflagge zu sehen ist, im Hintergrund stehen Minarette in drohender Raketenform.

Selbst die UNO-Menschrechtsorganisation wurde nun auf den Plan gerufen, sie sprach bereits davon, dass die Initiative Völkerrecht verletze. Die Inauguratoren der Minarett-Kampagne allerdings fühlen sich voll im Recht und sehen auch in dem Onlinespiel kein Problem, da "auf die Muezzine ja nicht geschossen würde." Bleibt nur zu hoffen, dass sich die Mehrheit der Schweizer nicht von derartigen Hetzkampagnen beeindrucken lässt.

Quelle: Abendblatt.de
Bild: YouTube, YouTube

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