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Dresden: Pegida - rechtes Gedankengut erreicht das Bürgertum

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Die Gruppierung "Pegida" ist derzeit überall in den Medien vertreten, darunter verstehen sich "Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes". 10 000 Menschen versammelten sich jetzt in Dresden und demonstrierten und zeigten ihre Angst wegen einer angeblich drohenden Überfremdung Deutschlands. 9000 Gegendemonstranten stellten sich dagegen.

Nicht nur NPD-Anhänger

Das erschreckende an der Sache ist, dass rechtes Gedankengut nun anscheinend auch die Bürgerliche erreicht hat. Bei den Demos sind nur wenige NPD-Anhänger oder Altnazis unter den Menschen. Otto Normalverbraucher geht auf die Straße und wirft mit Ressentiments gegen Ausländer um sich. Es wird davon geredet, dass "180 000 Flüchtlinge nur nach Deutschland gekommen wären, um abzukassieren." Oder wenn in Kantinen Halal-Fleisch angeboten wäre, dann wäre das der Beginn der Islamisierung.

Die Ziele von Pegida

Sprecher der Gruppierung fordern eine "Politik der harten Hand" und bekommen dafür Applaus von der Menge. Dabei ist die angebliche "Islamisierung" nur ein Scheinargument, um Angst unter der gesamten Bevölkerung zu schaffen. Nur 0,1 Prozent der Bevölkerung von Sachsen sind Muslime. Dass diese wenigen Menschen als Bedrohung angesehen werden, ist absurd.

Vorurteile und Angst schaffen Ablehnung

Allerdings verfolgt die Pegida noch andere Ziele. Asylbewerber sollen wieder heimgeschickt werden oder erst gar nicht einreisen dürfen. Man wolle unter sich bleiben, hieß es mal in einem TV-Beitrag, der in einer ostdeutschen Gartenlaube gefilmt wurde. Eltern äußern ihre Sorge um die Zukunft ihrer Kinder, andere wiederum meinen gar, dass ihre Kleinen von Ausländern entführt werden. Ein Klima der Vorurteile und Ablehnung macht sich breit.

Eine Schande für Deutschland

Nun ist die Politik gefordert. Regierungssprecher Steffen Seibert sagte jetzt, dass viele Bürger Sorge hätten, ob Deutschland die vielen Asylsuchenden aufnehmen könne. Darüber müsse geredet werden. Allerdings sei die pauschale Ablehnung von Menschen anderen Glaubens der falsche Weg. Die Pegida schert das wenig und fühlt sich auf dem richtigen Weg. Waren es vor Wochen nur wenige Hunderte, die der Bewegung beitraten, sind es nun schon 10 000, die in Dresden auf die Straße gehen. Heiko Maas von der SPD nannte die Pegida "eine Schande für Deutschland". Allerdings muss man sie jetzt ernst nehmen und in Diskussionen verwickeln. Dann gehen den latent rechts eingestellten Anführern der Truppe nämlich schnell die Argumente aus.

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