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Per Knopfdruck zum Gebet: Der Gebetomat

Von außen sieht er aus wie ein normaler Passbildautomat, doch um Fotos geht es in dieser Machine eher weniger: Der Gebetomat soll religiös gesinnten Menschen zur inneren Einkehr verhelfen. 300 Gebete in 65 Sprachen hält die Machine zum Anhören und Mitsprechen bereit. Ein paar Bildschirmberührungen reichen, schon wird man im Gebetomat mit einem Ave-Maria, Vaterunser oder islamischen Freitagsgebet berieselt.

Das kleinste Gotteshaus der Welt

Erfunden wurde die 'Gebetsmaschine' im Jahre 2008 von dem Künstler Oliver Sturm. Dieser baute einen alten Passbildautomaten um und schrieb in dicken Buschstaben 'Gebetomat' drauf. Der Rest erinnert immer noch stark an seine ursprüngliche Bestimmung. Hinter einem Vorhang nimmt man in einer kleinen Kabine Platz, dann wird man von einer angenehmen Frauenstimme begrüßt.

Doch statt Blitz, gibt es Berieselung für die Ohren. Die Gebetstexte hat Sturm in Gebetshäusern und Kirchen aufgezeichnet. Auch in verschiedenen Rundfunkarchiven wurde der Künstler und Theaterregisseur fündig. "Mich interessierte die Spannung zwischen unser automatisierten Welt und der Intimität des persönlichen Gebets" so der Künstler zu seiner Medieninstallation.

Wer das kleinste Gotteshaus Deutschlands einmal in einem öffentlichen Raum besuchen möchte, muss allerdings nach Berlin oder Hamburg reisen. In der Arminius-Markthalle im Berliner Bezirk Moabit wartet der Gebetomat auf religiös gesinnte Laufkundschaft. Auch im Metropolis Kino in Hamburg darf zwischendurch gebetet werden. Der Besuch des Gebetomaten ist übrigens kostenlos. Wollte der Künstler pro Gebetssitzung ursprünglich 50 Cent verlangen, so ist der Geldschlitz heute zugeklebt.

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