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Performancekünstler Pyotr Pavlensky schneidet sich Ohrläppchen ab

  • huhmagazine / Twitter

Der russische Performancekünstler Pyotr Pavlensky ist bekannt für seine ziemlich aggressiven und oft schmerzhaften Projekte - in der Vergangenheit hatte er sich den Mund zugenäht und seinen Hoden auf dem Roten Platz festgenagelt. Nun hat er sich das rechte Ohrläppchen abgeschnitten, um gegen politisch motivierte Diagnosen von psychischen Krankheiten in Russland zu demonstrieren. Nackt saß er auf einer Steinmauer und nutzte ein Küchenmesser für den Schnitt.

Geschehen ist dies am Sonntag auf dem Dach der Serbsky State Scientific Center for Social and Forensic Psychiatry in Moskau. Dort ist der Künstler derzeit eingewiesen. Schon dreimal wurde bei ihm eine psychische Krankheit diagnostiziert. Und mit seiner jüngsten Tat wird er sicherlich keine Psychologen dazu bewegen können, diese Diagnosen zu widerrufen oder gar aufzuheben.

Allerdings ist das Institut, in dem Pyotr Pavlensky derzeit eingewiesen ist, nicht ganz lupenrein - es hat sich besonders während der Zeit der UDSSR einen zweifelhaften Ruf erarbeitet. Immer wieder wurden dort politische Gegner des kommunistischen Regimes eingewiesen. Pyotr Pavlensky wollte mit seiner Performance angeblich zeigen, wie korrupt das System in Russland immer noch ist, indem es psychische Krankheiten als Waffe gegen politische Gegner einsetzt.

Der Russe ist in den letzten zwei Jahren mit gewagten Performances aufgefallen. In 2012 nähte er sich vor der Moskauer Kazan Kathedrale seinen Mund zu, um gegen die Inhaftierung der Punkband Pussy Riot zu demonstieren. Im letzten Jahr hat er seinen Hoden auf dem Steinboden vom Roten Platz festgenagelt. Und nun hat er sich sein rechtes Ohrläppchen abgeschnitten.

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