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Prozessauftakt im Inzestfall von Amstetten

Im österreichischen St. Pölten hat gestern der Prozess gegen Josef Fritzl begonnen, dem Inzesttäter von Amstetten. Der Fall hatte im letzten Jahr weltweit für Entsetzen gesorgt, Fritzl hatte seine Tochter Elisabeth 24 Jahre lang im Keller eingesperrt, tausende Male vergewaltigt und sieben Kinder mit ihr gezeugt.

Nachdem die Fotos des 73-jährigen Josef Fritzl um die Welt gegangen sind, war es schon ein wenig verwunderlich, dass er sich zum gestrigen Prozessauftakt das Gesicht mit einem blauen Aktenordner verdeckte. Schämt sich der bislang scheinbar gewissenlose Täter nun doch? Im vergangenen Jahr hatte er noch die Dreistigkeit besessen, sich über die Medien zu beschweren, die ihn wie ein Monster aussehen ließen. Das sagte er, der seine Tochter und die mit ihr gezeugten Kinder ein Vierteljahrhundert diesem Martyrium ausgesetzt hatte.

Wie "FAZ.net" berichtet legte Fritzl gestern ein Teilgeständnis ab. Er bekannte sich "schuldig" in den Anklagepunkten der Blutschande, der Freiheitsberaubung und der schweren Nötigung. Was den Vorwurf der Vergewaltigung betrifft, so bekannte er sich "teilweise schuldig", zu den Punkten Mord durch Unterlassung und Sklavenhandel gab sein Anwalt sogar "nicht schuldig" an. Eines der Kinder, das Fritzl mit seiner Tochter gezeugt hatte, war kurze Zeit nach der Geburt gestorben, er hatte die Leiche anschließend im Heizofen verbrannt. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Inzesttäter vor, durch Unterlassung den Tod des Kindes zu verantworten.

Der Inzestskandal von Amstetten war bekannt geworden, nachdem Fritzl die älteste Tochter von Elisabeth wegen einer schweren Krankheit ins Hospital gebracht hatte. Diesen Umstand versucht der Anwalt des 73-Jährigen für seinen Klienten zu nutzen, schließlich habe er damit Fürsorglichkeit bewiesen. "Handelt so ein Sexmonster?", fragte Verteidiger Rudolf Mayer. Aber auch Staatsanwältin Christiane Burkheiser wusste ihren Standpunkt zu verteidigen. Sie kam mit einer Kiste voller Gegenstände aus dem modrigen Kellerverlies ins Gericht, gab die schimmligen Objekte an die Geschworenen und forderte auf: "Riechen Sie!"

Dass Josef Fritzl verurteilt wird, steht fest. Ebenso sollte wohl feststehen, dass er niemals wieder auf freien Fuß kommen wird. Der Prozess zum Inzestfall von Amstetten soll der Verurteilung Fritzls nur einen juristischen Rahmen geben.

Bild: YouTube

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