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Prozessauftakt: Strauss-Kahn drohen 74 Jahre Gefängnis

Heute ist der Prozessauftakt im Fall Strauss-Kahn. Dem ehemaligen IWF-Chef wird unter anderem vorgeworfen, im Mai versucht zu haben eine Hotelangestellte zu vergewaltigen. Kläger und Verteidigung bereiten sich auf einen langwierigen Prozess vor. Strauss-Kahn drohen bis zu 74 Jahre Haft.

Am heutigen Prozessauftakt wird Richter Michael Obus die Anklage gegen den 62jährigen verlesen. Erstmals kann Dominique Strauss-Kahn dann auch selbst Stellung zu den Vorwürfen nehmen. Es wird davon ausgegangen, dass Strauss-Kahn sich in allen Anklagepunkten als nicht schuldig bekennen wird. Würde er seine Schuld eingestehen, wäre der Prozess schon heute beendet, da nur noch ein Strafmaß festgelegt werden müsste.

Strauss-Kahns Anwälte sind dafür bekannt, mit harten Bandagen zu kämpfen. Sie sollen Privatdedektive engagiert haben, die in der Vergangenheit des mutmaßlichen Opfers nach Schwachstellen fahnden, mit der sich die Glaubwürdigkeit der Hotelbediensteten vor der 12köpfigen Jury diskreditieren lasse. Strauss-Kahn Anwalt Benjamin Brafman hat zudem bereits angemerkt, dass es sich bei dem Vorfall Mitte Mai auch um einvernehmlichen Geschlechtsverkehr gehandelt haben könnte.

Strauss-Kahn ist auf Kaution freigelassen worden und residiert derzeit unter Hausarrest in einem luxuriösen Haus in Manhattan, kaum 800 Meter vom Gericht entfernt. Nach der heutigen Anklageverlesung wird der Prozess zunächst vertagt werden. Als nächster Schritt folgt die Auswahl der 12 Geschworenen, denen Staatsanwaltschaft und Verteidigung zustimmen müssen, was oftmals ein langwieriges Verfahren ist. Der heutige Prozessauftakt gegen Strauss-Kahn ist somit erst der Anfang eines langen, harten und womöglich schmutzigen Verfahrens.

Quelle: spiegel.de, tagesschau.de

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