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Prügel-Video aus Wilhelmshaven - Täter gefasst

Das Prügel-Video aus Wilhelmshaven schockierte Ende der vergangenen Woche ganz Deutschland, es wurde auf Facebook verbreitet und zeigte ein Mädchen und einen Jungen, die auf ihr hilfloses, 14-jähriges Opfer eintraten und mit den Füßen direkt auf dessen Kopf zielten.

Nun wurden die mutmaßlichen Täter gefasst und einer von ihnen in U-Haft gebracht. Eine 17-jährige Frau sei hingegen in eine Jugendhilfe-Einrichtung gebracht worden. Beide werden laut Staatsanwaltschaft Oldenburg dringend verdächtig, die Prügeler aus Wilhelmshaven zu sein, die dem wehrlosen Opfer im Wechsel in das Gesicht traten und es geschlagen haben. Neben den Prügeln soll die 17-jährige vermeintliche Täterin auch das Handy des Opfers gestohlen haben.

Was im gestrigen Tatort Köln Thema war und im Anschluss bei Günther Jauch diskutiert wurde, ist harte Realität und der aktuelle Fall in Wilhelmshaven ist leider nur ein Beispiel für eine härter werdende Jugend. Statistiken besagen, dass Gewalt unter Jugendlichen insgesamt abnimmt - die Gewalt die verübt wird, ist aber viel brutaler als noch vor einigen Jahren. So sind beispielsweise gezielte Tritte gegen den Kopf keine Seltenheit mehr. Auch im schockierenden Prügel-Video aus Wilhelmshaven ist dies der Fall.

Auch das Filmen der Gewaltakte und das Verteilen auf sozialen Netzwerken ist offenbar Alltag geworden. Schaulustige filmten den Vorfall und das Tat-Video aus Wilhelmshaven wurde ins Internet gestellt. Und so sahen am Ende tausende Menschen das Mädchen in Wilhelmshaven, das längst am Boden lag, weinte und flehte. Die zwei Prügler schlugen und traten dennoch immer wieder zu, im Wechsel. Niemand hat dem Mädchen geholfen, die Schaulustigen haben lieber mit ihren Handys gefilmt. Die Polizei ermittelt nun und muss klären, wer noch an der Prügelattacke beteiligt war.

Der Kölner Tatort hat eindrucksvoll und detailiert gezeigt, wie mühselig eine solche Ermittlung sein kann. Menschen, die sich quasi zu Mittätern machen, weil sie lieber schweigen, nichts gesehen haben wollen. Die, die alles gesehen aber dennoch nicht geholfen haben. Und Jugendliche die wahllos und brutal prügeln, ohne dass man nachvollziehen kann, wo so viel Hass herkommt. Und der Tatort, aber auch die Diskussionsrunde bei Günther Jauch, haben sich mit den potentiellen Strafen auseinander gesetzt, die jugendliche Straftäter erwartet. Oder auch nicht erwartet.

Im Fall Wilhelmshaven muss ersteinmal der Tathergang geklärt werden. Die Höchststrafe für gefährliche Körperverletzung liegt bei 10 Jahren. Die Tritte gegen den Kopf könnten zu einer Anklagen wegen Totschlag oder Mord führen. Gegen die Gaffer und den Filmenden laufen Ermittlungen wegen unterlassener Hilfeleistung. Ermittelt wird aber auch gegen die Personen, die im Internet gefordert haben, die Prügler zur Rede zu stellen - wegen Aufruf zu einer Straftat, also Selbstjustiz.

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