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Psychologie: Der Unterschied zwischen einem Psychopathen und einem Soziopathen

Die Worte Psychopath und Soziopath haben sich inzwischen in den allgemeinen Sprachgebrauch geschlichen, werden auch oft als Schimpfwörter verwendet, um jemanden zu verunglimpfen. Doch es handelt sich dabei um zwei verschiedene Formen der geistigen Störung. Es gibt einige Gemeinsamkeiten, aber auch große Unterschiede im Verhalten, die wir hier nun benennen.

    Jason McIntyre / Twitter

Schwierig, zu unterscheiden

Im US-Handbuch der Psychiatrie, dem "DSM-5", werden beide Formen der psychischen Störung als antisoziale Persönlichkeiten tituliert. Deswegen gibt es auch viele Gemeinsamkeiten. Und deshalb ist es auch schwierig, mit bloßem Auge den Unterschied zu erkennen. So schwierig, dass es selbst für Experten nicht besonders leicht ist. Und für den Laien dann sowieso nicht.

Gemeinsamkeiten

Was einen Psychopathen und einen Soziopathen eint, ist die Tatsache, dass sie beide Gesetze und Normen nicht anerkennen, sie agieren oft manipulativ und gewalttätig, geben anderen Menschen kein Recht auf Selbstbestimmung und kennen Reue- oder Schuldgefühle nicht. Der Schritt in die Kriminalität fällt beiden leichter, weil sie keine eben Reue oder Schuld spüren und auch keine Konsequenzen für ihr Handeln befürchten. Allerdings wird nicht jeder Psychopath oder Soziopath zwangsläufig straffällig.

Soziopathen sind impulsiv

Ein Merkmal eines Soziopathen ist, dass er Wut und Ärger nicht unter Kontrolle hat. Er kann seine Gefühle nicht kontrollieren, zeigt aber durchaus welche. Schnell meint er, beleidigt geworden zu sein oder er hält sich für ausgegrenzt. Soziopathen haben oft keine feste Beziehung und siedeln sich eher am Rande der Gesellschaft an. Es ist eine starke Tendenz zu impulsivem und aggressivem Handeln sichtbar.

Intuitiv ausgegrenzt

Viele Menschen lassen sich intuitiv auf keine engere Bindung zu einem Soziopathen ein. Denn er kann diese aufgrund seines oft nicht vorhersehbarem Verhalten und Wutausbrüchen aus heiterem Himmel nicht lange aufrecht erhalten. Ein Soziopath fällt durch sein Verhalten sehr schnell auf. Und falls er ein Verbrechen begeht, geschieht das ungeplant und aus einem Impuls heraus.

Psychopathen planen im Voraus

Im Gegensatz dazu geht der Psychopath mit viel mehr Planung und Einsatz des Denkvermögens an viele Sachen heran. Er fällt in der Gesellschaft nicht auf, wird oft als charmant beschrieben und lebt nicht selten ein ganz normales Arbeits- und Familienleben. Allerdings ist er ein chronischer Lügner, der jedoch über eine anscheinend große soziale Kompetenz verfügt. Psychopathen verspüren aber keinerlei Empathie, Mitgefühl für andere Menschen kennen sie nicht und auch Bindung an andere Menschen sind nicht authentisch. Falls ein Psychopath ein Verbrechen begeht, dann hat er das lange im Voraus geplant. Familienmitglieder und Nachbarn kriegen davon nichts mit und sind dann umso entsetzter. Hannibal Lecter aus dem Film "Das Schweigen der Lämmer" wäre ein Beispiel für einen Psychopathen.

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