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Putin lässt Kreml-Gegner Chodorkowski frei

Seit zehn Jahren sitzt Michail Chodorkowski in Haft, nun ist der Oppositionelle und Kreml-Gegner freigelassen worden, denn Wladimir Putin gab seinem Gnadengesuch statt. Dabei hatte sich Chodorkowski jahrelang geweigert, solch einen Antrag zu stellen, weil es einem Eingeständnis der Schuld gleich käme.

Doch nun hat sich die Situation geändert. Der Zustand seiner an Krebs erkrankten Mutter habe sich wohl verschlechtert. Dies hätten ihm laut der Zeitung "Kommersant" Geheimdienstmitarbeiter im Straflager mitgeteilt. Zusammen arbeiteten sie dann den Gnadengesuch aus. Allerdings drohe Chodorkowski ein dritter Prozess.

Wegen Betrugs und Steuerhinterziehung ist Chodorkowski und sein damaliger Geschäftspartner Platon Lebedew festgenommen worden. Damals war er der reichste Mann Russlands und plante eine von seinem Konzern Yukos kontrollierte Ölpipeline nach China. Das wäre eine große Konkurrenz für das staatliche Ölunternehmen gewesen. Yukos ist inzwischen zerschlagen worden, die Festnahme sei aber politisch motiviert gewesen, denn Chodorkowski positionierte sich immer offen als Kreml-Gegner. Seit heute ist er aber wieder in Freiheit.

Auch die inhaftierten Pussy Riot-Mitglieder stehen offenbar kurz vor der Freilassung. Wladimir Putin schließt die Frauen in eine landesweite Amnestie mit ein. Diese sei am Donnerstag vom russischen Parlament beschlossen worden. Nun müssen die Pussy Riot-Mitglieder mehrere Dokumente vorlegen, unter anderem einen Beweis, dass sie Erziehungsberechtigte für ein minderjähriges Kind seien. Ob sich der Aufwand noch lohnt, ist fraglich, im März wären sie eh freigekommen. Und das Gnadengesuch kann sich bis zu sechs Monaten hinziehen.

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