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Rassismus-Vorwürfe gegen Polizei-Kalender

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Scharfe Kritik für die bayrische Polizeigewerkschaft aufgrund von rassistischen Karikaturen im Polizei-Kalender, die inzwischen im Münchner Polizeipräsidium nicht mehr aufgehangen werden dürfen. Der Münchner Polizeipräsident Wilhelm Schmidbauer hatte das Verbot erteilt. Während unter anderem Amnesty entsetzt reagierte, versteht die bayrische Polizeigewerkschaft die Aufregung überhaupt nicht.

Der Kalender, von dem es 3000 Exemplare gibt, weist einige Karikaturen auf, die extrem geschmacklos sind. So sieht man zum Beispiel eine Karikatur mit einem festgenommenen Farbigen mit übergroßen roten Lippen, der sich gegen den Griff des Polizeibeamten wehrt und schreit: 'Was heiß' hie' Verdunkelungsgefahr?'' In einer anderen Karikatur sieht man einen Selbstmörder und einen Polizisten, der ihm sagt: 'Jetzt spring’ endlich, du Idiot, ich hab noch anderes zu tun heut!' Das Januar-Bild zeigt hingegen die Heiligen Drei Könige und der schwarze König muss Kamel-Exkremente aufsammeln.

Während in vielen Dienststellen der Kalender wieder abgehangen wurde und das bayrische Innenministerium die Polizeipräsidien "sensibilisiert" hat, plädiert die SPD: "Die deutsche Polizeigewerkschaft wäre gut beraten, diesen Kalender selbst aus dem Verkehr zu ziehen und sich dafür zu entschuldigen." Doch der bayerische Landesverband der Deutschen Polizeigewerkschaft sieht das anders.

Der Kalender werde auf gar keinen Fall zurückgezogen. Seit er in München nicht mehr aufgehängt werden dürfe, sei die Nachfrage in den anderen Landesteilen sogar größer geworden. Diese Rassismus-Debatte sei unverständlich, schließlich sei das Polizeijargon, so der bayerische Landesvorsitzende der Polizeigewerkschaft, Hermann Benker, der auf die Freiheit der Kunst pocht. Der Kalender werde schon seit sechs Jahren herausgebracht und beschwert habe sich bislang niemand.

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