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Regisseur Roman Polanski in der Schweiz verhaftet

Der international mehrfach ausgezeichnete Regisseur und Schauspieler Roman Polanski ist am Sonntag im Rahmen eines Filmfestivals in der Schweiz von der Polizei festgenommen worden. Hintergrund ist ein US-amerikanischer Haftbefehl aus dem Jahre 1978, der Polanski noch immer den Missbrauch eines 13-jährigen Mädchen vorwirft – nun soll der Regisseur von der Schweiz an die USA ausgeliefert werden.

Bereits damals musste er für 42 Tage ins Gefängnis, kam nach einem Vergleich mit der Klägerin aber wieder auf freien Fuß, nachdem die Vorwürfe von Vergewaltigung erst einmal fallen gelassen wurden. Auch das damals 13-jährige Mädchen hielt ihre Anklage nicht aufrecht. Kurz danach war Polanski damals aus der USA geflohen und war nie wieder auf amerikanischen Boden zurück gekehrt - auch nicht, als er 2003 für seinen Film "Der Pianist" in Hollywood den Oscar verliehen bekam.

Nun kam nach einem Bericht von Welt-Online ans Licht, dass die Verhaftung und potentielle Auslieferung von Roman Polanski in der Schweiz lange und minutiös vorbereitet war. Hintergrund ist wohl die Entscheidung eines US-Richters, der noch im Mai einen Antrag Polanskis auf endgültige Einstellung des Prozesses abgewiesen hatte. Zudem hatte dieser erklärt, er sehe sich nicht länger im Stande, den damaligen Handel aufrecht zu halten.

Sollte Roman Polanski nun tatsächlich ausgeliefert werden, droht ihm im schlimmsten Falle sogar ein Strafmaß von bis zu 50 Jahren. Für den gebürtigen Polen Polanski, der seit 1975 französischer Staatsbürger ist, setzten sich sofort zahlreiche Prominente und Politiker ein – darunter der polnische Außenminister Radek Sikorski und sein französischer Kollege. Zudem unterschrieben eine Reihe von Kollegen und Schauspielern eine Petition, in der sie die Verhaftung von Polanski in der Schweiz scharf angriffen.

Bild: YouTube

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