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Rettung nach 69 Tagen – Die ersten Minenarbeiter von Chile an der Oberfläche

Eigentlich kaum fassbare 69 Tage befanden sich die insgesamt 33 Kumpel nach einem Minenunglück in San José mehrere hundert Meter tief vergraben unter der Erde – in der Nacht begann nun die erfolgreiche Rettungsaktion, die ersten Arbeiter sind bereits überglücklich an der Oberfläche angekommen. Besonders einer sorgte dabei für einen extrovertierten Auftritt, der 33-jährige Mario Sepúlveda sprang und schrie minutenlang seine Freude heraus.

Doch den Anfang machte ein anderer – als erster der 33 Minenarbeiter erblickte der 31-jährige Florencio Avalos das Licht der Nacht. Die Aktion sollte extra in der Nacht beginnen, um zu schauen, wie die Augen der Bergleute auf das Licht an der Oberfläche reagieren würde. Doch alles ging gut, von einem riesigen Presserummel wurde er erwartet, und nachdem Avalos seine Frau und Kind umarmete und küsste, war es sogleich Präsident Piñera, der sich zu einer herzhaften Umarmung hinreißen ließ.

Während Chiles Präsident noch eine Glücksrede hielt, fuhr die Rettungskapsel bereits wieder die insgesamt 622 Meter runter in die Tiefe, schließlich wartete unten bereits der erwähnte Mario Sepúlveda. Dieser war es auch, der die Öffentlichkeit in der Zeit der Gefangenschaft mit Videobotschaften versorgte – und kurz nach seiner Rettung ergriff dieser bereits wieder die Initiative und gab mit Frau und Kind eine Pressekonferenz, auf der dieser betonte, nie an der Rettung gezweifelt zu haben.

Zudem erklärte er, wie stolz er auf sein Land sei, dass diese Rettung möglich gemacht habe – immer wieder skandierte er den Landesruf: 'Chi Chi Chi, Le Le Le!' Auch sein Glaube zu Gott habe ihm während der langen Zeit unter Tage geholfen. Experten glauben nun, dass Mario Sepúlveda eine Karriere im TV Chiles machen könnte, ob die Minenarbeiter nach diesem traumatischen Ereignis nämlich jemals wieder unter Tage arbeiten werden, ist ohnehin fraglich.

In der Folge verrichtet die Rettungskapsel mit Namen 'Phoenix' ohne Pause ihre Arbeit – als drittes wurde der 51-jährige Juan Illanes ans Licht geholt, und es folgte als Nummer vier der Bolivianer Carlos Mamani, der es sich nicht nahm, dem Nachbarland für den Einsatz zu danken. Nummer fünf, und damit bislang letzter in der Rettungsaktion, war gegen 9.10 Uhr der erst 19-jährige Jimmy Sanchez. Insgesamt wird die Rettung der restlichen Minenarbeiter von Chile – sofern keine Probleme mehr auftauchen – noch bis zum frühen Freitagmorgen gehen, wir drücke die Daumen!

Die ersten Bilder der Rettung

Quelle: Spiegel.de
Bild: YouTube

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