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Ikea Katalog für Saudi Arabien retuschiert

Der Ikea Katalog stellt auf seinen Seiten Möbel meistens nicht einfach nur in einem unbenutzten Raum dar, sondern es soll gerade gezeigt werden, dass darin Menschen leben.

Dementsprechend sieht man spielende Kinder über den Fußboden toben, Jugendliche am Schreibtisch, Erwachsene beim Essen oder eine Familie beim Zähneputzen im Badezimmer. Im IKEA-Katalog für Deutschland zumindest.

Zahnputzszene nur mit Vater und den beiden Söhnen

In der Ausgabe, die in Saudi-Arabien ausgeliefert wurde, fehlen teilweise die Frauen: Die Zahnputzszene muss so beispielsweise ohne die Frau vorm Spiegel auskommen und nur der Vater und die beiden kleinen Söhne machen sich bettfertig.

Dass in Saudi-Arabien Frauen sehr wenig Rechte haben und im Vergleich zu den meisten westlichen Ländern quasi ein Leben im Verborgenen fristen, ist nun nicht die Schuld IKEAs. Und, so eine Sprecherin der schwedischen Möbelgruppe, auch der Katalog wurde von einem ausgelagerten Franchiseunternehmen für den dortigen Verlag bearbeitet. Dennoch, auch das räumt IKEA selbst ein, stellt dieses Ausschneiden von Frauen Werte dar, die IKEA selbst nicht vertritt. Öffentlich und in den eigenen Märkten macht IKEA darauf aufmerksam, dass das Unternehmen Frauen und Mütter dabei unterstützt, den Lebensunterhalt für sich und ihre Kinder zu verdienen.

"Das hätte nicht passieren dürfen" - fraglich allerdings, was passiert wäre, wenn IKEA den Katalog unverändert veröffentlicht hätte. Das Franchise-Unternehmen wird wohl kaum aus eigener Willkür die "zu wenig bekleideten" Frauen entfernt haben, sondern richtet sich dabei nach den Vorschriften des Landes. Auch wenn IKEA selbst auf die Werte verweist, die es vertritt, ist es doch fraglich, inwiefern ein schwedischer Möbelkonzern dafür verantwortlich ist, die Regelungen in Saudi-Arabien zu ändern.

IKEA ohne Frauen ist - zumindest in Deutschland - aber weiterhin undenkbar.

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