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Schlafrythmus – Spätaufsteher ticken anders

Langschläfer und Spätaufsteher gelten in der Gesellschaft gemeinhin als faul und träge. Dass dies aber ganz und gar nicht zwangsläufig der Fall ist, darauf weisen Schlaf-Forscher schon seit geraumer Zeit hin. Bislang ohne Erfolg. Das Problem, der biologische Schlafrythmus tickt bei jedem Menschen anders, und dieser ist eben angeboren.

So fordert die Medizinerin Ildiko Meny von der Universität München mehr Verständnis für Langschläfer. Sie ist Koordinatorin des Projekts "ClockWork" am Institut für medizinische Psychologie. Im Rahmen dieses Projekt untersuchen sie seit einiger Zeit die Zusammenhänge von innerer Uhr und Schichtarbeit.

Meny erklärt: "Spättypen ticken tatsächlich anders als Frühtypen. Es ist mittlerweile eindeutig belegt, dass dies genetisch bedingt ist." Dementsprechend könne es sogar durchaus gesundheitsgefährdend sein, sich jahrelang gegen seine innere Uhr zu verhalten. Dies könne den Stress erhöhen und so zu erhöhtem Blutdruck, Magengeschwüren oder chronischen Entzündungen führen.

Sie plädiert daher für flexiblere Arbeitszeiten, weiß aber natürlich auch, dass diese nicht überall ohne weiteres einführbar sind. Meny lobt aber die bereits gefunden Möglichkeiten der Heimarbeit oder der Gleitzeit. "Manche Menschen", so die Forscherin, "arbeiten eben gerne nachts." Es sollte daher künftig nicht so wichtig sein, wann jemand arbeitet, sondern einfach nur was er schafft. Dann könnte endlich auch dem Schlafrythmus der Spätaufsteher Rechnung getragen werden.

Quelle: Welt-Online
Bild: Annie Mole (Flickr)

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