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Wahlergebnis: Schottland Referendum Unabhängigkeit scheitert - die Schotten sagen "NO"

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Bei dem Schottland-Referendum hat die Unabhängigkeitsbewegung eine Niederlage erlitten - die Mehrzahl der Schotten stimmten "NO" - und somit gegen eine Unabhängigkeit Schottlands. Berechnungen zufolge ergab sich nach der Auszählung von ungefähr zwei Dritteln der Stimmen ein erstes Ergebnis - 54 Prozent der wahlberechtigten Schotten stimmten gegen eine Unabhängigkeit Schottlands und für den Verbleib im Vereinigten Königreich.

Die endgültigen Ergebnisse des Schottland Referendums sollen am Freitagvormittag vorliegen. Bei diversen Umfragen hatten sich Unabhängigkeitsgegner und Befürworter lange zeit ein Kopf-an-Kopf-Rennen geliefert. Eine Mehrheit für die Loslösung Schottlands gab es bei der Auszählung der Votings allerdings nur in einigen wenigen Stimmbezirken - darunter Schottlands größter Stadt Glasgow, in welcher 53,5 Prozent für die Unabhängigkeit stimmten. In Dundee sind es sogar 57 Prozent gewesen.

FOTOS: "NO" for Scotland - so war die Nacht und Reaktionen im Netz

Erstmals in der Geschichte Großbritannien sind auch Jugendliche ab 16 stimmberechtigt gewesen. Alex Salmond, der Regierungschef Schottlands, hatte sich davon mehr Stimmen für die Unabhängigkeit erhofft. Den großen Unterschied konnten die jungen Wähler dann zwar nicht machen, aber von Politikverdrossenheit konnte keine rede sein. 97 Prozent der 4,4 Millionen Wahlberechtigten in Schottland hatten sich zur Abstimmung registrieren lassen. Tausende Menschen gingen in den vergangenen tagen auf die Straße um ihre Meinung kund zu tun - und zwar nicht nur die ganz jungen.

Alex Salmond zeigte sich enttäuscht von dem Ergebnis, räumte aber seine Niederlage ein - er hatte sich für eine Loslösung Schottlands stark gemacht. Er müsse die mehrheitliche Meinung des Volkes aber akzeptieren. Salmond forderte die britische Regierung aber gleichzeitig dazu auf, ihr Versprechen einzulösen und der schottischen Regionalregierung mehr Befugnisse zu gewähren.

David Cameron, der britische Premierminister, zeigte sich erleichtert ob des Ausgangs des Referendums und gratulierte dem Anführer der Abspaltungsgegner, Alistair Darling. Auch an den Finanzmärkten atmeten die Anleger auf - eine Unabhängigkeit Schottlands hätte weitreichende politische sowie wirtschaftliche Unwägbarkeiten bedeutet. Das britische Pfund legte in dieser nacht wieder deutlich zu, nachdem es seit Anfang September 2014 teils mehr als drei Prozent verloren hatte.

Ein "Ja" zur Unabhängigkeit Schottlands hätte viele Fragen aufgeworfen - welche Währung in Schottland gegolten hätte, was aus EU- und Nato-Mitgliedschaft geworden wäre, wie Öl-Vorkommen in der Nordsee aufgeteilt worden wären usw. Eine Unabhängigkeit Schottlands hätte auch den britischen Premierminister David Cameron das Amt kosten können.

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Die Queen hatte sich im Wahlkampf zurück halten müssen - Königin Elizabeth II. äußerte sich lediglich ein einziges mal als sie sagte, die Schotten sollten sich ihre Entscheidung "reiflich überlegen". (Allein diese paar Worte führten teilweise zu ganzseitigen Zeitungsberichten.) Allerdings wäre die Queen würde auch im falle der Abspaltung Schottlands deren Staatsoberhaupt geblieben - allerdings als Elizabeth, ohne die "II", denn Elizabeth I. ist nicht Königin der Schotten gewesen, sondern nur die von England.

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