Excite

Schuh-Attacke: Bush wird im Irak mit Schuhen beworfen

Bei seinem Abschiedsbesuch im Irak ist der noch amtierende US-Präsident George W. Bush von einem wütenden Journalisten mit Schuhen beworfen worden. Der Angreifer konnte mit keiner seiner beiden Latschen einen Treffer landen, musste aber gewaltsam aus dem Saal entfernt werden. Bush fühlte sich in keinster Weise bedroht, ein fader Nachgeschmack hinsichtlich des amerikanisch-irakischen Verhältnisses bleibt aber.

In fünf Wochen übernimmt Barack Obama das Amt des US-Präsidenten. Bushs Irakbesuch am gestrigen Sonntag war eher überraschend und als Abschiednahme gedacht. Bei einer Pressekonferenz mit dem irakischen Regierungschef Nuri al-Maliki nahm ein irakischer Journalist diesen Abschied zum Anlass zu rufen: "Das ist der Abschiedskuss, Du Hund" Mit ordentlicher Wucht schleuderte der Fernsehkorrespondent seine Schuhe in Bushs Richtung, einer verfehlte den Republikaner nur knapp und flog über seinen Kopf hinweg gegen die Wand. Bush wich den Geschossen geschickt aus wie ein Football-Star, dabei war er an der Universität doch Cheerleader. Sicherheitskräfte stürzten sich auf den aggressiven Schuh-Attentäter, der sich heftigst wehrte, doch nach kurzer Zeit war er aus dem Saal entfernt worden.

Der wütende Journalist schleuderte kurz aufeinander beide Schuhe auf den US-Präsidenten

Einige andere irakische Journalisten entschuldigten sich für das Verhalten des Kollegen, aber Bush sagte nur immer wieder, dass der Vorfall halb so wild sei. Er sagte nur, dass er sich davon kaum gestört und nicht bedroht gefühlt habe, und witzelte: "Wen es interessiert – es war ein Schuh der Größe zehn, den er auf mich geworfen hat."

Später blieb noch genug Zeit für die wesentlichen Dinge, ohne, dass weitere Journalisten mit Kleidungsstücken warfen. Bush und Maliki sprachen noch ein Mal über das getroffene Abkommen zwischen dem Irak und den USA. Demzufolge sollen die US-Truppen bis 2011 aus dem Land abgezogen sein. Bush erklärte: "Der Krieg ist noch nicht vorbei" Die Arbeit an dem gemeinsamen Abkommen sei "nötig für die Sicherheit der USA, die Hoffnungen im Irak und für den Weltfrieden." Die Sicherheitslage hat sich in den vergangenen Monaten deutlich gebessert im Irak, die US-Regierung zählt weniger als 300 Angriffe auf ihre Truppen pro Woche, vor nicht allzu langer Zeit waren es noch mehr als 1500. Der US-Präsident besuchte das Land auch, um den 150.000 dort noch stationierten Soldaten zu danken. Nun, da George W. Bush nach der Schuh-Attacke unverletzt blieb, steht dem ja nichts im Wege.

Quelle: Spiegel Online, Welt Online
Bild: YouTube

Deutschland - Excite Network Copyright ©1995 - 2016