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Schwere Erdbeben in Mittelitalien

Ein heftiges Erdbeben in Mittelitalien hat zahlreiche Menschenleben gefordert und für schwere Verwüstungen gesorgt. In der Nacht zum Montag erschütterte das Beben mit einer Stärke von mindestens 5,8 die Region Abruzzen um die Stadt L'Aquila, auch im 100 Kilometer entfernten Rom war es noch zu spüren.

Nach einem Bericht der "Netzeitung" ist noch unklar, wie viele Menschen unter Trümmern verborgen liegen. Bisher ist die Rede von mindestens 27 Toten, darunter zahlreiche Kinder, mehr als 30 Menschen werden derzeit vermisst. Über die Stärke des Erdbebens gibt es verschiedene Aussagen. Laut "FOCUS Online" gab es bereits gegen 22 Uhr ein erstes Beben der Stärke 4,6 in der nördlicheren Region Emilia-Romagna. Um halb vier morgens folgten dann die heftigen Erschütterungen um die Abruzzen, hier wird von Stärken zwischen 5,8 und 6,3 gesprochen.

In vielen Gegenden fielen Telefon und Strom aus, die Menschen stürmten vor Panik auf die Straßen. Rettungskräfte haben es sehr schwierig momentan, da die Straßen von L'Aquila voller Trümmer sind. Über den italienischen Zivilschutz wurden die Menschen gewarnt, derzeit mit Autos auf den Straßen herumzufahren. Ministerpräsident Silvion Berlusconi soll nach Aussagen von "Welt Online" seine Russland-Reise sofort abgebrochen haben, um sich in der Heimat eine Bild von den Ausmaßen der Katastrophe machen zu können. Vor wenigen Tagen hatte der Physiker Giampaolo Giuliani Vermutungen über ein bevorstehendes Erdbeben geäußert. In der Region Abruzzen hatte es in letzter Zeit kleinere Beben gegeben, der Forscher sah diese als Vorboten. Er wurde jedoch stark kritisiert, weil seine Äußerungen für Panik sorgten, ein verheerender Fehler.

Die Stadt L'Aquila zählt ca. 70.000 Einwohner, sie liegt inmitten mehrerer Berge. Italienische Medien sollen berichtet haben, dass mehrere Kinder in einem Krankenhaus in L'Aquila gestorben sind, gerade der mittelalterliche Stadtkern war einem so schweren Erdbeben nicht gewachsen. Zwischen 10.000 und 15.000 Häuser sollen durch das Beben zum Teil stark beschädigt worden sein, "Das heißt, dass wir uns in den nächsten Wochen um tausende Menschen kümmern müssen", folgerte Agostino Miozzo vom italienischen Zivilschutz. Man habe das Ziel, allen in den nächsten Tagen ein Dach über dem Kopf zu geben. Nach dem schweren Erdbeben in Mittelitalien müssen die Rettungskräfte nun erst mal nach den weiteren Überlebenden suchen.

Erste Berichterstattungen zum Erdbeben

Aktualisierung 16:00

Bis zum Mittag teilte Innenminister Roberto Maroni der Öffentlichkeit mit, dass die Zahl der Todesopfer auf 70 gestiegen war. Inzwischen sind laut "Focus Online" mindestens 92 Tote aus den Trümmern geborgen worden. Die fieberhafte Suche nach Überlebenden geht weiter, alle denkbaren Rettungskräfte aus der weiteren Umgebung der Stadt L'Aquila sind im Einsatz.

Silvio Berlusconi ließ inzwischen den nationalen Notstand ausrufen. Die Stadt sehe aus, wie nach einem Bombenangriff, berichten Reporter vor Ort. Besonders viele ältere Gebäude waren zusammengefallen wie Kartenhäuser, darunter zahlreiche Kirchen aus der Romantik und Renaissance. Nach ersten Schätzungen wurden 50.000 Menschen obdachlos durch das Erdbeben in Italien, auch mit einigen kleineren Nachbeben hatte die Region in den vergangenen Stunden zu kämpfen.

Bild: YouTube

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