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Schwerste Unruhen in Tibet

Nach den schweren Unruhen in Tibet haben die chinesischen Behörden am Montag alle Ausländer zum Verlassen des Hochlands aufgefordert, auch Touristen werden in die Region nicht mehr gelassen.

Die Vorwürfe des Dalai Lama wegen einer Herrschaft des Terrors in Tibet seien für China "absoluter Unsinn", sagte ein führendes Mitglied des von Peking kontrollierten Regionalparlaments in Tibet. Das im indischen Exil lebende geistige Oberhaupt der Tibeter hatte das chinesische Vorgehen als "kulturellen Völkermord" bezeichnet.

Die tibetische Regionalregierung dementierte gleichzeitig die Angaben von Exiltibetern, nach denen bei den Unruhen in den vergangenen Tagen etwa 90 Menschen ums Leben gekommen seien. Der von China eingesetzte Regierungschef in Lhasa, Qiangba Puncog, berichtete von 13 Todesopfern unter chinesischen Sicherheitskräften, die niedergestochen oder verbrannt worden seien. Bei dem Einsatz gegen die tibetischen Demonstranten seien außerdem 61 Polizisten verletzt worden, davon sechs schwer.

Ausdrücklich hob die Regierung hervor, dass bei der Niederschlagung der Protesten in Lhasa die chinesischen Sicherheitskräfte nicht mit Waffengewalt gegen die Demonstranten vorgegangen seien, vonseiten der Sicherheitskräfte habe es in Lhasa keine Schüsse gegeben.

"Ob beabsichtigt oder unbeabsichtigt" gebe es derzeit einen "kulturellen Völkermord" in der von China kontrollierten Himalaya-Region, hatte der Dalai Lama am Sonntag im indischen Dharamshala gesagt. Das kommunistische China übe eine "Herrschaft des Terrors" aus, Tibeter würden als "Bürger zweiter Klasse" behandelt, fügte er hinzu. Der Dalai Lama forderte, dass die Vorfälle international untersucht werden. Peking hält dem entgegen: Die tibetische Kultur gedeihe in der Region. Es seien "Separatisten", die die Entwicklung in Tibet hemmten, sagte der Bürgermeister der Hauptstadt Lhasa, Doje Cezhug, laut Xinua.

Am Freitag waren tagelange Proteste in der Altstadt von Lhasa gewaltsam eskaliert. Anlass der Proteste ist der 49. Jahrestag eines Aufstandes in Lhasa gegen die chinesischen Besatzer. Tibet wird seit dem Einmarsch der chinesischen Armee 1950 von Peking regiert. Nach dem fehlgeschlagenen Aufstand flüchtete der Dalai Lama nach Indien. China lehnt eine Autonomie der Himalaya-Region strikt ab.



Die schwersten Unruhen in Tibet seit 20 Jahren





Quelle: focus.de
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