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Sex auf der Straße – Barcelonas Prostitutions-Problem wächst

Die katalanische Metropole Barcelona war schon immer als Partystadt bekannt, auch Prostitution hatte in der Stadt am Mittelmeer - vor allem wegen der enormen Menge an Touristen - immer Konjunktur. Nun aber nehmen Billigprostitution und Sauftourismus derart zu, dass Anwohner laut Berichten von El País und der Süddeutschen jetzt auf die Barrikaden gehen.

Direkt neben der berühmten Las Ramblas gelegenen Viertel Raval bieten Prostituierte ihre Dienste mittlerweile für wenige Euros direkt auf der Straße an. Kaum versteckt hinter Säulen in den Arkaden des beliebten Boquería-Marktes geht es nach Einbruch der Dunkelheit heiß her. Die spanische Tageszeitung El País veröffentlichte jetzt schier unglaubliche Fotos, die von empörten Anwohnern in den letzten Monaten aufgenommen wurden.

Zu sehen sind Bilder von augenscheinlichen Touristen – nebeneinander lassen sie sich von Prostituierten völlig unbedarft befriedigen. Zwar war das Raval-Viertel schon immer für bestimmte Frauendienste bekannt, nun aber handelt es sich bei den Prostituierten um meist schwarzafrikanische, ausgebeutete Frauen, die sich unter menschenunwürdigen Umständen ihren Drogenkonsum zu finanzieren suchen.

Weil die Stadtverwaltung scheinbar tatenlos dem Treiben zuschaut, bildeten sich nun Bürgerbewegungen, die eine Regelung der Prostitution fordern. Überall hängen Plakate mit der Aufschrift "Volem un barri digne!" (Wir wollen ein würdiges Viertel) aus den Fenstern. Zwar erließ die Stadt bereits vor Jahren eine Verordnung, aber weder Geldstrafen von 3000 Euro für öffentlichen Sex noch über 100 Festnahmen in diesem Jahr konnten der Billigprostitution etwas entgegensetzen.

Die Vorsitzende der Nachbarschaftsbewegung, Eva Fernández, erklärte, man müsse das Prostitutionsproblem offen und ohne Vorbehalte angehen. Man müsse vor allem den Frauen, die oft immer aggressiver gegen potentielle Freier vorgehen und auch vor Diebstahl nicht halt machen, einen Ausweg aus ihrer Situation bieten. Oft befänden sich die Prostituierten in den Fängen von regelrechten Sklavenhändlern. Wenn Barcelona sein Sex-Problem lösen wolle, müsse man hier ansetzen.

Bild: Screenshot El País

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