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Sexualstrafrecht - Jugendliche dürfen sich doch noch lieb haben

Ende des vergangenen Jahres hatte die große Koalition, allen voran Justizministerin Brigitte Zypries, Pläne zur Verschärfung des Sexualstrafrechts. Sofort wurden Befürchtungen laut, dass ein beschlossenes Gesetz Jugendliche zu Kriminellen macht, nur weil sie sich einander annähern. Auf Druck der Opposition nahm man die Debatte um die Gesetzesentwürfe erst mal von der Tagesordnung.

Nun, ein knappes halbes Jahr später, sind Neuigkeiten in der Angelegenheit zu vermelden. Es gab eine Einigung der Rechtsexperten von CDU/CSU und SPD. Die ursprüngliche Vorlage soll nun enger gefasst werden, sozusagen entschäft werden. So soll gewährleistet werden, dass "normale Annäherungsversuche" unter Teenies keine strafrechtlichen Konsequenzen nach sich ziehen.

Im einzelnen sind vor allem Altergrenzen des Entwurfs geändert worden. Es sollten 14- bis 17-Jährige belangt werden können, wenn sie durch Geld oder geldwete Vorteile andere Jugendliche zu sexuellen Handlungen bewegen. Nun soll die ursprüngliche Grenze von 18 Jahren beibehalten werden.

Ähnliches gilt für den Strafrahmen bei pornografischen Darstellungen. Während bei der Herstellung oder Verbreitung von Kinderpornografie mit einer Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren gerechnet werden muss, kann es beim selben Vergehen mit 14- bis 17-Jährigen bei einer Geldstrafe bleiben. Wenn Jugendliche untereinander mit Einwilligung des anderen pornografisches Material herstellen, so sollen sie ohne Strafen bleiben.

Quellen: n-tv.de, taz.de
Bild: vandiwater (Flickr)

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