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Siemens soll Schweigegeld gezahlt haben

Nach Informationen der 'Süddeutschen Zeitung', auf welche sich Focus-Online beruft, vermuten die neuen Siemens-Chefs, dass in der Vergangenheit des Weltkonzerns Korruptionsdelikte wiederholt mit Schweigegeld vertuscht worden seien.

Anlass dafür seien Aussagen von Ex-Managern bei der Staatsanwaltschaft sowie mehrere aktenkundige Verdachtsfälle. So habe ein ehemaliger Manager der Sparte Telekommunikation (Com) ausgesagt, dass eine Ex-Beraterin des Konzerns aus Syrien über viele Jahre hinweg Siemens erpresst und damit gedroht habe, in der US-Presse über illegale Praktiken zu berichten. Siemens habe schließlich 9,2 Millionen Euro gezahlt.

Zudem sollen zwei langjährige Angestellte gestanden haben, schwarze Kassen betreut zu haben. Einer von ihnen, der vorzeitig in Ruhestand gegangen ist, nachdem die Staatsanwaltschaft in seinem Fall Verdacht geschöpft hatte, habe über 300.000 Euro Abfindung erhalten, damit er der Firma gegenüber "loyal" bleibe. In einem anderen Fall habe ein ehemaliger Berater aus Saudi Arabien (Anfang 2005) fast 35 Millionen Euro Entschädigung für seinen vorzeitig aufgelösten Vertrag erhalten.

Nun untersucht Siemens, ob die ausgegebenen Beträge zurückgefordert werden können. So sagte ein Konzernsprecher der Zeitung: "Siemens prüft prinzipiell immer Schadensersatzansprüche."

Da ans Licht gekommen war, dass im Konzern - seit Mitte der 90er Jahre - Aufträge im Ausland mit illegalen Zahlungen an Land gezogen wurden, ermittelt die Staatsanwaltschaft seit Monaten wegen schwarzen Kassen und weltweiter Korruptionsdelikte bei Siemens.

Quelle: Focus-Online
Bild: Patricio (Flickr)

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