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Berlusconi muss nach Anklage vor Gericht, zeigt sich aber unbeeindruckt

Andere Staatsoberhäupter westlicher Demokratien hätten wahrscheinlich keine einzige der Anschuldigungen überlebt, die seit Jahren auf Italiens Silvio Berlusconi einprasselten – nun muss der 74-Jährige nach den aktuellen Anklagen tatsächlich vor Gericht. Sein Ansinnen, durch eine erneute Verfassungs- oder Gesetzesänderung das Unheil noch abwenden zu können, zerschlugen sich jetzt und Berlusconi muss sich verantworten.

Große Kopfschmerzen aber machen ihm die Anschuldigungen rund um Amtsmissbrauch, Prostitution und die damals noch minderjährige Marrokanerin Ruby nicht. Auf einer Pressekonferenz wollte sich Berlusconi nicht zu dem nun offiziell gegen ihn eingeleiteten Verfahren äußern. Wie immer denunzierte er die Staatsanwälte als 'linke Verfolger', die ihn aus dem Land treiben wollten. 'Ich kann nur sagen, dass ich überhaupt nicht besorgt bin', erklärte der Ministerpräsident.

Doch ob es für Berlusconi noch einmal so glimpflich abläuft wie bislang immer ist zumindest im jetzigen Fall fraglich. Die Mailänder Staatsanwaltschaft hat durch abgehörte Telefonate und zahlreiche Zeugenaussagen handfeste Beweise, dass Berlusconi unter anderem mindestens einer minderjährigen Prostituierten Geld- und Sachgeschenke gemacht habe. Auf Partys in seinem Anwesen kam es dann zum mittlerweile bekannt gewordenen 'Bunga Bunga', was immer das genau bedeuten mag...

Berlusconi selbst bestreitet natürlich alle Vorwürfe, doch das dürfte den drei Staatsanwältinnen, die das Verfahren leiten werden, einigermaßen egal sein. Für den 74-Jährigen wird die Tatsache, dass er drei Frauen gegen sich hat nicht gerade hilfreich sein – seine unzähligen Sex-Eskapaden hatten in der vergangenen Woche schon zu massenhaften Frauen-Protesten gegen ihn geführt. Zwar glauben die wenigsten Italiener, dass Berlusconi tatsächlich zu einer Gefängnisstrafe verurteilt wird, immerhin aber steht jetzt die offizielle Anklage.

Quelle: Stern.de
Bild: YouTube

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