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Silvio Berlusconi zu einem Jahr Gefängnis verurteilt

Probleme mit dem Gesetz hatte Silvio Berlusconi ja schon immer, er nimmt es nicht so eng mit Paragraphen und Verordnungen. Doch bisher musste er niemals ins Gefängnis. Das könnte sich jetzt ändern. Denn ein Gericht in Italien hat den ehemaligen und vielleicht auch baldigen Ministerpräsidenten zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr verurteilt.

Diesmal wurde ihm eine Abhöraffäre zum Verhängnis. Es geht um die Veröffentlichung vertraulicher Informationen zu einem Finanzskandal im Jahr 2005 im Zusammenhang mit der Unipol-Gruppe. Berlusconi hatte Telefongespräche mitschneiden lassen und den Gesprächsverlauf dann in seiner eigenen Zeitung "Il Giornale" veröffentlicht.

Es handelte sich dabei um ein Telefonat zwischen dem Chef des Versicherungskonzerns Unipol, Giovanni Consorte, und dem Mitte-links-Politiker Piero Fassin. Silvio Berlusconi hatte es aufzeichnen lassen und es dann gegen seinen politischen Kontrahenten eingesetzt.

Das Urteil ist jetzt in erster Instanz gefallen. Es darf damit gerechnet werden, dass Silvio Berlusconi sofort Berufung einlegt. Der Politiker, der jüngst von SPD-Kanzlerkandidat Per Steinbrück als Clown bezeichnet wurde, wird all seine Macht einsetzen, um der Haftstrafe zu entgehen. Auf der ganzen Welt würden viele jubeln, falls Berlusconi tatsächlich hinter Gittern müsste, daran glauben tun aber noch die Wenigsten.

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