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So funktioniert die Papstwahl

Wenn ein neuer Papst gewählt wird, so geschieht dies im Konklave, das sich aus Kardinälen der römisch-katholischen Kirche zusammensetzt. Bis ins kleinste Detail ist das Prozedere geregelt, das Verfahren beruht auf jahrhundertealten Traditionen und Kirchengesetzen. Anzahl, Höchstalter und Kleidung der Kardinäle, die sich in der Sixtinischen Kapelle einfinden sind festgelegt, ebenso wie die Eidesformeln, die Gebete und das Aussehen der Papst-Wahlzettel. Die Welt erfährt das Ergebnis der Wahl, also wer das neue Kirchenoberhaupt wird, beim "Habemus Papam".

Das Wort Konklave kommt aus dem Lateinischen von "con plaudere" was soviel bedeutet wie "gemeinsam einschließen", es wird aber oft auch mit "Schlüssel" (cum clave) übersetzt. Gemeint ist in jedem Fall, der abgeschlossene Raum der Wahl, aber auch die Zusammenkunft selbst. Die Wahl ist streng geheim und außerhalb der Sixtinischen Kapelle darf niemand erfahren, was während des Konklave passiert ist. Die Kardinäle, Beichtväter, Ärzte, Tischdienst und auch die Putzkolonne schwören absolute Verschwiegenheit und Techniker sollen mögliche Lauschangriffe abwehren. Es gilt ein Telefon-Verbot, der Kontakt zur Außenwelt ist untersagt.

Das Konklave beginnt spätestens 20 Tage nach dem Tod des Papstes, oder wie oder wie aktuell, nach dessen Rücktritt. Die anwesenden Wahlberechtigten ziehen in Chorkleidung und feierlicher Prozession von der Cappella Paolina in die Cappella Sistina, die Sixtinische Kapelle. Mit dem Gesang "Vene Creator" erflehen sie den Beistand des Heiligen Geistes. "Extra omnes" befiehlt der Zeremonienmeister und alle, außer den Elektoren müssen die Sixtina verlassen. Auf den mindestens zwei Stimmzetteln stehen die Worte "Eligo in Summum Pontifizes" - "Zum Papst wähle ich …".

In einem kleinen Ofen der Kapelle wird entweder feuchtes oder trockenes Stroh verbrannt und signalisiert dem Volk den Ausgang der Papstwahl. Schwarzer Rauch heißt erfolglos, weißer Rauch hingegen verkündet eine erfolgreiche Papstwahl.

Die Institution des Konklave wurde eingeführt, um Parteienstreit zu vermeiden und um das Amt unabhängig zu besetzen. Man erzählt sich, dass den Bürgern der italienischen Stadt Viterbo im 13. Jahrhundert bei der bereits 18 Monate andauernden Wahl der Geduldsfaden gerissen sein soll. Folge: Sie sperrten die Kardinäle kurzerhand im Palast ein. Karge Kost und ein abgedecktes Dach (!) sollten die Wahl beschleunigten. Es dauerte aber trotzdem noch ganze drei Jahre, bis Gregor X. dann sein Amt antrat. Heute bietet die "Domus Sanctae Marthae" etwas mehr als nur Wasser und Brot und im vatikanischen Gästehaus stehen rund 130 Gemächer bereit.

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