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Sowjetischer Ex-Außenminister und Ex-Präsident Georgiens Eduard Schewardnadse tot

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Eduard Schewardnadse ist tot - der ehemalige Außenminister der Sowjetunion starb im Alter von 86 Jahren nach langer, schwerer Krankheit. Edward Schewardnadse gilt als Wegbereiter der Wiedervereinigung, er war der letzte Außenminister der Sowjetunion, von 1995 bis 2003 war er der Präsident Georgiens. Im Westen genoss er einen guten Ruf - in seiner Heimat war Eduard Schewardnadse er allerdings umstritten.

Eduard Schewardnadse Biografie:

Eduard Ambrosewitsch Schewardnadse kam am 25. Januar 1928 in Mamati (nahe dem Schwarzen Meer) zur Welt. Er war studierter Historiker und begann seine Karriere im Jugendverband Komsomol, später stieg er zum Parteivorsitzenden der Kommunisten in Georgien auf. Schewardnadse wollte die Korruption in seinem Heimatland bekämpfen und setzte sich ein für mehr Effizienz in der Verwaltung und in der Wirtschaft.

Der damals neue KPdSU-Generalsekretär Michail Gorbatschow berief Schewardnadse im Sommer 1985 zum sowjetischen Außenminister - obwohl dieser in internationalen Fragen unerfahrenen war. 1990 führte Eduard Schewardnadse Deutschland dann zur Wiedervereinigung. Er war überzeugt davon, dass die Sowjetunion aus ihrer Isolation geführt werden müsse - hinein in die internationale Staatengemeinschaft. Und genau deshalb hatte er sich für die deutsche Wiedervereinigung eingesetzt. Später sagte er dazu: "Wir haben sehr gut verstanden: Wenn es nicht zur Vereinigung Deutschlands kommt, wird ein neuer Weltkrieg unumgänglich sein." Der Widerstand der konservativen Kommunisten gegendie "Perestroika" (Umgestaltung) von Gorbatschow wuchs jedoch in der Sowjetunion und Eduard Schewardnadse trat schließlich im Dezember 1990 von seinem Amt zurück.

Schewardnadse kehrte zurück nach Tiflis, als die Sowjetunion zerfiel und die politischen Unruhen in seiner Heimat wuchsen. An die Macht kam er dann nach dem Sturz von Swiad Gamsachurdia, dem ersten Präsidenten im unabhängigen Georgien. 1992, 1995 und im Jahr 2000 ist Schewardnadse immer wieder in seinem Amt bestätigt worden.

Trotz der Proteste der Opposition wegen angeblicher Wahlfälschungen genoss Schewardnadse im Westen stets einen guten Ruf, als ein liberaler und als weltoffener Politiker. Seine Freundschaft zu Hans-Dietrich Genscher oder James Baker, den Außenministern Deutschlands und der USA, mögen dazu beigetragen haben.

Dem Volk Georgiens brachte Schewardnadse allerdings wenig Glück. In blutigen Konflikten und unter der Mithilfe Russlands spalteten sich die beiden Teilrepubliken Süd-Ossetien und Abchasien von Georgien ab. Sein Kampf gegen die Korruption gelang nicht und auch die Wirtschaft lief immer schlechter - dennoch schaffte es Schewardnadse, seine Macht zu erhalten. Mehrfach wiederholte er "Georgien braucht mich noch." Auch von auf ihn verübten Anschlägen liess er sich nicht aus dem Amt vertreiben. Genau wegen dieser Zähigkeit galt er bei vielen Georgiern als "kaukasischer Fuchs" und als "kleineres Übel" in einem zerstrittenen Georgien. Erst im Jahr 2003, während der Rosenrevolution, musste er von seinem Amt als Präsident zurücktreten.

Eduard Schewardnadse ist nun, im Alter von 86 Jahren nach langer Krankheit, gestorben.

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