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Stand der Dinge nach dem Erdbeben in Italien

Nach dem schweren Erdbeben in Italien ziehen Politiker und Helfer eine schockierende Bilanz. Die neuesten Zahlen sprechen von 179 Toten, 1.500 Verletzten und auf einen Schlag rund 17.000 obdachlosen Italienern. Auf der anderen Seite besteht aber noch immer Hoffnung, bei der Suche nach Überlebenden konnten bereits 100 Menschen geborgen werden.

Das Katastrophengebiet in den Abruzzen gleicht einer Kriegsregion, der Stadtkern der am stärksten betroffenen Stadt L'Aquila existiert praktisch nicht mehr. Die ganze Nacht kämpften sich die Rettungskräfte durch die Trümmer der Stadt, mit Hunden, mit Baggern, teilweise aber auch mit bloßen Händen. Wie "FOCUS Online" berichtet, unterbrachen die Helfer die Arbeiten immer wieder, um Rufe von Überlebenden nicht zu überhören. Zuletzt konnten eine 21-Jährige und ein 22-Jähriger aus den Trümmern eines fünftstöckigen Wohnheims der Universität gerettet werden.

Bei dem schlimmsten Erdbeben in Italien seit 1980 wurden 26 Ortschaften um L'Aquila teilweise dem Erdboden gleichgemacht, schon gestern wurde von Ministerpräsident Silvio Berlusconi der nationale Notstand ausgerufen. Man sagt, die erste Nacht nach einem Erdbeben sei die schlimmste und auch in Italien gab es in der vergangenen Nacht noch einige Nachbeben mit Stärken um 4, die aber keine weiteren Schäden anrichteten. Das Hauptbeben in der Nacht zum Montag entsprach einer 6,3 auf der Richterskala. Wie "tagesschau.de" berichtet, verließen zahlreiche Überlebende am Rande des Epizentrums die Stadt zu Fuß mit dem Nötigsten in ihren Koffern.

Die Aussagen, denen zufolge ein Erdbeben-Experte die Regierung vor einer großen Katastrophe gewarnt hatte, bleiben weiter vage. Anschuldigungen an die Regierung stehen nun natürlich trotzdem im Mittelpunkt der Debatten. Innenminister Maroni schickte ca. 1500 Feuerwehrleute und 200 Polizisten in das Katastrophengebiet nach, somit sind insgesamt rund 4000 Rettungskräfte im Einsatz. In Italien gehen Hilfsangebote von Politikern aus aller Welt ein, bislang bleibt hauptsächlich die Hoffnung, dass die Region nach dem schweren Erdbeben das Schlimmste hinter sich hat.

Aktualisierung 14:00 Uhr

Der italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi gab heute Mittag neue Todeszahlen durch: 207 Menschen fielen dem Erdbeben zum Opfer, 15 seien weiterhin vermisst.

Außerdem erschütterte ein starkes Nachbeben mit der Stärke von 4,8 heute Vormittag die Erdbebenregion um L'Aquila. Die Erschütterungen waren sogar im 100 Kilometer entfernten Rom zu spüren.

Bild: YouTube

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