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Stierkampf-Verbot: Letzte Corrida in Katalonien

Katalonien hat als erste Region auf dem spanischen Festland ein Stierkampf-Verbot umgesetzt. Nachdem das Parlament das Verbot im Juli 2010 beschlossen hatte, fand am Sonntag der letzte katalanische Stierkampf in Barcelona statt. Offiziell tritt das Gesetz erst im Januar 2012 in Kraft.

In der Arena Monumental maßen sich gestern ein letztes Mal unter anderem die berühmten Toreros Serafín Marín und José Tomás mit sechs Stieren aus einer Zucht aus Salamanca. Unter tosendem Applaus wurden die Stierkämpfer nach dem Spektakel auf den Schultern von Fans durch die Straßen Barcelonas getragen.

Auch wenn der Stierkampf in Katalonien bereits in den letzten Jahren immer mehr an Bedeutung verloren hat, gibt es nun heftige Gegenwehr gegen das Stierkampf-Verbot. So kam es nach dem letzten Stierkampf zu einem Handgemenge zwischen Fans und Tierschützern. Insbesondere auch die oppositionelle spanische Volkspartei macht sich für den Stierkampf stark und hat vor dem Verfassungsgericht Einspruch gegen das Stierkampf-Verbot eingelegt. Sie sehen eine kulturelle Tradition in Gefahr und darüber hinaus die rund 40.000 Arbeitsplätze, die im ganzen Land am Stierkampf hängen. Kritiker behaupten zudem, dass es Katalonien mit dem Verbot weniger um den Tierschutz ginge, als vielmehr darum, sich weiter von Spanien abzugrenzen.

Tierschutzorganisationen begrüßen das Ende der blutrünstigen öffentlichen Schlachtungen. Sie sehen im Aus für den Stierkampf in Katalonien jedoch erst den Anfang und streben nach einem generellen Verbot in ganz Spanien. Außer in Katalonien gibt es bereits seit 1991 ein Stierkampf-Verbot auf den kanarischen Inseln.

Ausschnitt des letzten Stierkampfes in Katalonien:

Quelle: spiegel.de, rp-online.de

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