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Strauss-Kahn tritt als IWF-Chef zurück

Nach dem Vorwurf der versuchten Vergewaltigung hat Dominique Strauss-Kahn seinen Rücktritt als IWF-Chef bekanntgegeben. Er wolle damit das Ansehen sowohl des Fonds als auch das seiner Familie wahren. In dem Rücktrittsschreiben beteuerte er erneut seine Unschuld.

Wie der IWF verlauten ließ, soll nun schnellstmöglich ein Nachfolger für Strauss-Kahn gefunden werden. Nach dessen Rücktritt wird IWF-Vizechef John Lipsky vorerst die Geschäfte übernehmen. Als möglicher Nachfolger wird nun auch EZB-Präsident Jean-Claude Trichet gehandelt. Traditionell wird der Posten des IWF-Chefs von einem Europäer bezogen, eine Regelung die derzeit von aufstrebenden Schwellenländern wie Brasilien heftig infrage gestellt wird.

Derweil versuchen Strauss-Kahns Anwälte ihren Mandanten aus dem berüchtigten Inselknast 'Rikers Island' zu bekommen. Nach dem Vorwurf der versuchten Vergewaltigung an einem Zimmermädchen hatte die zuständige Richterin eine Freilassung gegen Kaution zunächst abgelehnt. Jetzt soll diskutiert werden, ob Strauss-Kahn mit einer elektronischen Fußfessel entlassen werden könnte, zumal er seinen Pass bereits an die Behörden abgegeben hat, was die Fluchtgefahr weiter verringern dürfte.

Besonders in französischen Medien häufen sich die widersprüchlichen Angaben zum Fall Strauss-Kahn. Nachdem es zunächst hieß, Strauss-Kahn habe ein Alibi für die Tatzeit, soll jetzt ein Überwachungsvideo aufgetaucht sein, das Strauss-Kahn aus dem Zimmer eilen zeigt, kurz nachdem das Zimmermädchen daraus flüchtete. Von anderer Seite heißt es aber, dass in dem betreffenden Stockwerk gar keine Überwachungskameras vorhanden seien. Nach dem Rücktritt von Dominique Strauss-Kahn dürfte die Frage nach dem tatsächlichen Tathergang also ebenso spannend bleiben wie die Suche nach einem Nachfolger für den Posten als IWF-Chef.

Quelle: spiegel.de, ftd.de
Bild: youtube.com

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